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2013

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DIE UNENDLICHE GESCHICHTE

Teil I: Phantásien in Not

von Henry Mason
nach dem Roman von Michael Ende

Bühne und Kostüme: Jan Meier

Figurenbau und -training: Rebekah Wild

Musik: Thomas Zaufke

Ton: Franz Flieger Stögner

Bewegungscoach: Lorna Dawson

Lichtdesign: Christian Holemy

Vollendete Liebeserklärung an die Fantasie, das Lesen und das Theater
So sieht ein Saisonauftakt nach Maß aus: Mit Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ hat das Theater der Jugend im Wiener Renaissancetheater einen vollen Erfolg gelandet. Und das hat mehrere Gründe.
Da wäre zunächst die großartige Bühnenfassung von Henry Mason, der diesen ersten Teil („Phantásien in Not“) auch wunderbar leicht und spielerisch in Szene gesetzt hat. Mason hält sich an Buch und Film, bringt aber viele eigenständige Ideen ein. Und der Regisseur verzichtet darauf, seine Schauspieler in allerlei Fantasie-Kostüme zu stecken, hantiert stattdessen überaus gekonnt mit einzelnen Kostüm- und Requisitenversatzstücken.
Immer ist klar: Hier wird Theater gespielt. Ein Sonderlob gebührt den Figuren-Designern, die Phántasien und seine Bewohner wunderbar zum Leben erweckt haben. Also darf der Schüler Bastian mit Atréju und dem Glücksdrachen Fuchur im idealen Ambiente (Ausstattung: Jan Meier) gegen das die Fantasie auffressende Nichts antreten.
Das exzellente Ensemble (u.a. Stefan Rosenthal, Benjamin Levent Krause, Barbara Spitz, Nora Dirisamer, Tanja Raunig, Uwe Achilles) macht Lust auf mehr. Im Mai folgt Teil 2. Gut so!

Kurier, 10.10.2013

Das Theater der Jugend zeigt den ersten Teil der „Unendlichen Geschichte“ in der Fassung und Regie von Henry Mason; Ausstattung: Jan Meier. [...] Der wunderbare Text des deutschen Erfolgsautors wird da klug, mit Feingefühl, ja berührend umgesetzt. Eine Geschichte, die Kinder in eine irreale Welt entführt und ihnen Glücksgefühle beschert. [...] Gnome, Nixen, Goldsphinxen: Die Phantasie von Regisseur und Ausstatter sind keine Grenzen gesetzt.

Kronen Zeitung, 10.10.2013

"Die unendliche Geschichte" ist ziemlich lang. Auch im Theater der Jugend, wo gestern, Dienstag, die Bühnenfassung von Regisseur Henry Mason Premiere feierte. Michael Endes epische Hommage an die Fantasie hielt aber auch das junge Renaissancetheater-Publikum (ab sechs Jahren) durchgehend bei der Stange: Mit liebevoller Requisite, deren Grenzen zum quirligen Ensemble fließend sind, gelingt das Kunststück, den Zauber des zeitlosen Kinderbuchs auch jenseits des Werks zu vermitteln.

Das Buch steht natürlich trotzdem im Zentrum. Schließlich ist Bastian Balthasar Bux (von Stefan Rosenthal berührend gespielt) ein so begeisterter Leser, dass er sich mit dem soeben aus dem Antiquariat gestohlenen Band am Dachboden seiner Schule und auf einem Stapel Turnmatten verschanzt, um sich ganz in die Geschichte vertiefen zu können. "Phantásien in Not" liest er über dem ersten Kapitel, und so nennt sich auch "Teil eins" des Fortsetzungstheaters - die Premiere des zweiten Teils folgt im Mai. Das bedrohte Fantasie-Reich mit seiner kindlichen Kaiserin, dem Helden Atreju, den Bewohnern Blubb und Urgl, Ückück und Gmork, dem Glücksdrachen Fuchur, der "uralten Morla" oder dem Insektenschwarm "Ygramul die viele" wird schon bald inmitten des Dachbodens lebendig.

Ähnlich wie Ygramul funktioniert dabei das ganze Ensemble: Wie ein einziger,vielgliedriger Körper wandeln sich die Darsteller blitzschnell, jeder mit diversen mobilen Requisiten bewaffnet, von der Schulklasse zu Puppenspielern, von bunten Fantasiewesen zu schwarzgewandeten Bühnengehilfen. Getreu der Botschaft des Buches, dass alles möglich ist, was wir uns vorzustellen vermögen, werden auch die Regeln der Bühnendramaturgie im Handumdrehen ausgelotet, überschritten und neu geschrieben. Jeder kann alles sein, sofort, wenn es sein muss. Atreju wird kurz mal zur Holzpuppe, wenn er auf Fuchur durch die Luft schwebt und landet, als er abstürzt, sogleich wieder als ganzer Mensch (energisch: Benjamin Levent Krause) auf dem Boden.

Obwohl diese "unendliche Geschichte" sich immer wieder stark an die kultige Verfilmung aus den 80er-Jahren anlehnt, ist sie letztlich doch eine auch für kleine Kinder unmissverständliche Liebeserklärung an das Buch und an das Lesen. Sie führt spielerisch vor Augen, dass die Tür zum riesigen Reich der eigenen Vorstellungskraft, zum grenzenlosen Phantasien, auch dann noch einen Spalt weit offensteht, wenn Konsumdruck, Leistungswahn, Langeweile oder eben das "Nichts" sich in unserem Alltag bereits ausgebreitet haben. Dieser Fingerzeig ins Innere dürfte auch mancher erwachsenen Begleitperson nicht schaden.

apa, 9.10.2013

Höchst gelungener Auftakt der neuen Saison des Theaters der Jugend (Wien) mit Teil 1 von Michael Endes "Unendlicher Geschichte".
Michael Endes „Unendliche Geschichte“ in einem anderen Medium als Buch zu bearbeiten ist eine (fast) unendliche Herausforderung. Immerhin lebt doch die fantasievolle Geschichte mit fantastischen Figuren, Wesen und Szenen, die selbst wieder ein Plädoyer für Fantasie sind, davon, dass sich jede und jeder beim Lesen eigene Bilder im Kopf schafft, die eigene Fantasie vielleicht beflügelt.
Und doch gibt es Verfilmungen, Theater- und Musicalversionen. Nicht immer sehr gelungene. Das Theater der Jugend in Wien eröffnet die diesjährige Saison mit „Phantásien in Not“ und wird das Spieljahr im Mai und Juni mit der „Schlacht um den Elfenbeinturm“ als Teil zwei der Unendlichen Geschichte ausklingen lassen.
Und mit Teil 1 ist dem Ensemble auf der Bühne im Bündnis mit dem Team hinter den Kulissen gelungen, was nicht so leicht ist: Trotz vieler AkteurInnen, vieler Schauplatzwechsel, vieler riesiger bis fast winzigkleiner Figuren, trotz Einsatz eines beträchtlichen Teils der großen Maschinerie, die das Renaissancetheater hergibt, bleibt viel Raum für weiterspinnende Bilder im Kopf jedes einzelnen Zuschauers und jeder einzelnen Zuschauerin – ob 6 Jahre jung (ab diesem Alter ist das Stück geeignet, da sind auch die fast zweieinhalb Stunden – mit einer Pause - nie zu lang) oder gut zehn Mal so alt.

KInderKurier, 8.10.2013

Heute haben mein Sohn und ich und die "Unendliche Geschichte" angesehen und waren so unendlich begeistert wie schon lange nicht mehr von einem Theaterstück. Alles war phantastisch! Mir sind vor lauter Rührung zum Schluss nur mehr die Tränen heruntergeronnen, so schön waren die Inszenierung, die Musik und die wirklich unendlich engagierten, großartigen Schauspieler. Sowohl Kostüme als auch die Lieder haben mein Herz sehr berührt. Ein wunderbares Erlebnis.

Publikumsstimme, 14.10.2013

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Stefan Rosenthal (Bastian Balthasar Bux), Benjamin Levent Krause (Atréju) © Rita Newman
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EIN SOMMERNACHTSTRAUM

von William Shakespeare
mit der Schauspielmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 61
in der Fassung und Übersetzung von Henry Mason

Henry Mason setzt seine Reihe von Shakespeareübersetzungen und -bearbeitungen mit dessen beliebtester Komödie fort. Diese leicht gekürzte Fassung ist auf eine Produktion mit Mendelssohns Schauspielmusik (mit einer Gesamtdauer von ca. 50 Minuten) maßgeschneidert. 

Diese Fassung kommt am 3.August 2013 bei den Salzburger Festspielen zur Uraufführung und ist noch nicht verlegt.

Zauberhafter "Sommernachtstraum" in Salzburg: Shakespeare und Mendelssohn in selten lauer Sommernacht

Ja, dieser Puck. Treibt uns vor sich her, führt uns in die Irre, panscht mit den Säften der Liebe, hat seine boshafte Freude am Durcheinander der Gefühle und kriegt es am Ende doch irgendwie hin. William Shakespeares Frühwerk "Ein Sommernachtstraum" ist die wohl pointierteste und zugleich unterhaltsamste Parabel auf menschliche Unzulänglichkeiten, vor allem in Liebesangelegenheiten. Das Premierenpublikum der Salzburger Festspiele war entzückt und ließ sich Samstagnacht verzaubern. Jubel für alle nach diesem Fest für Theater und Musik im Hof der Residenz.
Die Luft war in Salzburg an diesem Abend selten lau und schwanger. Genau wie "Hippolyta" die Königin der Amazonen. Sie wird ihren Theseus heiraten, aber der muss sich um seine Amtsgeschäfte kümmern und die störrische "Hermia" zur Heirats-Raison bringen. Wirklich entschieden wird das Geschick von uns Sterblichen aber von den Elfen und Zwischenwesen.
Regisseur Henry Mason hat den Salzburger "Sommernachtstraum" mit der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy nicht nur inszeniert, sondern auch neu übersetzt. Und zwar frei, frech und modern. Nicht ohne den einen oder anderen flapsigen, modisch-witzigen Einwurf, der nicht ewig brauchbar sein wird. Aber gestern Nacht lief alles rund und amüsant wie sommerliches Freilufttheater nur sein kann.
Mason und sein Bühnenbildner Jan Meier haben das Mozarteum Orchester auf eine Tribüne hoch über die eigentliche Bühne gesetzt. Damit gewinnen die beiden an Tiefe, die der Residenzhof eigentlich nicht hat. Nur dort, im undurchsichtigen Wald, ist der richtige Platz für die Ränkespiele der Halbwesen und die Verwirrungen der Liebe, die in ihrem Wahnwitz schmerzhaft ans Herz gehen.
Spielerisch leicht verbindet der Regisseur die moderne, gegenwärtige Spielebene der fürstlichen Hochzeit mit dem antiken Treiben der Geister und der ohnehin zeitlosen Tollpatschigkeit aller Verliebten. Da versagt auch das satellitengestützte Navigationssystem kläglich und ist so sympathisch-lächerlich wie der Mond aus LED-Lampen um den Hals von Laienschauspieler "Robbie Schlucker". Nichts bockt und wehrt sich in dieser Inszenierung, in der sogar die Liaison von Esel und Elfenkönigin "Titania" tolerant und gnädig stimmt - warum denn nicht? Aber Shakespeares "Puck" und Meister "Oberon" haben andere Pläne, und träumen wird man wohl noch dürfen...
Mendelssohns Schauspielmusik nimmt 45 der 160 Spielminuten für sich. Mason hat die Musik mit seinem Spiel überlagert, Texte darübergelegt und ihr trotzdem kein Haar gekrümmt. Wir sind nicht in der Oper, Gott sei Dank. So darf ein frecher Elb dem Dirigenten den Stab entreißen und linkisch selbst dirigieren. Spaßettl und Verspieltheiten wie diese aber dienen dem Stück, zaubern Atmosphäre und formen sich am Ende zu einem entzückenden Ganzen. Nur eines will man vermeiden in diesem Sommernachtstraum: All zu schnell wieder aufwachen.
An Schauspielern haben die Festspiele Freelancer aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zusammengetrommelt und daraus ein durch die Bank sehr gutes Ensemble geformt, das durch zwei Tänzer, zwei Gesangssolistinnen und ein Vokalensemble seriös und auf hohem Niveau ergänzt wird. Explizit zu nennen sind Michael Rotschopf (Theseus/Oberon), Karoline Eichhorn (Hippolyta/Titania), Markus Meyer (Puck) und die "verwirrt Verliebten" Tanja Raunig, Daniel Jeroma, Claudius von Stolzmann und Eva Maria Sommersberg. Dazu natürlich die "Handwerker" Raphael Clamer, Christian Graf, Barbara Spitz, Mathias Schlung, Reinhold Moritz und Paul Herwig (Esel/Zettel), dessen theatralischer Selbstmord auf der Bühne selten witzig über die Rampe kommt.
Ivor Bolton und sein Mozarteum Orchester geben einen wunderbar luftigen Mendelssohn inklusive den Welthit "Hochzeitsmarsch" und tragen das Ihre bei zu einem Sommertheater, das mit einem einzigen Wort am allerbesten beschrieben ist - zauberhaft.

apa, 5.8.2013

Dieser Salzburger Sommernachtstraum könnte auch einem Drogenrausch auf einer Designer-Party in einem Londoner Penthouse entsprungen sein. Denn sie sind alle sehr hip, cool und schick, die sich da beim britischen Regisseur Henry Mason in Liebeswirren verfangen.
Hippolyta macht in Wellnesskleidung Schwangeren-Yoga, Hermia verfolgt mit Schnürschuhen, Hornbrille und Oversize-Blazer ihren Liebsten und Puck wirkt im engen Blumenmuster-Anzug zeitweise wie das Abziehbild eines schwulen In-Designers. Auch die Sprache ist sehr modern, der Regisseur hat Shakespeares Stück selbst ins Deutsche übersetzt.
Das Publikum der Open-Air-Premiere im Salzburger Residenzhof war vom leichten und kurzweilig-modernen Musiktheater begeistert: Nach der rund dreistündigen Vorstellung bei tropischen Temperaturen gab es langanhaltenden Applaus und begeisterte Bravo-Rufe für Schauspiel, Regie und das Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.
Überzeugend hat Mason die Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy in die Komödie integriert: In allen Musik-Sequenzen lässt er die Schauspieler die Handlung weiter spielen. So beherrschen beispielsweise zu Beginn hektische Hochzeitsvorbereitungen die für Renovierungsarbeiten abgeklebte Bühne: Caterer, Techniker, Floristen und Putzpersonal kommen und gehen. Dazwischen soll sich die schwangere Hippolyta, die aber mehr an ihren Yoga-Übungen interessiert ist, ein Kleid aussuchen. Theseus ist im Morgenrock ganz genervt-wichtiger Manager. Dann stellen alle Darsteller mit teils akrobatischen Verrenkungen „Ein Sommernachtstraum“ als menschliche Buchstaben dar und die Handlung beginnt.
Jan Meier hat auf die Bühne ein grünes Metallgerüst gebaut, auf dem oben das Orchester auf einer Galerie über dem Geschehen thront. Nach Entfernung der Renovierungsplanen ist der Blick frei auf den mit Birkenstämmen angedeuteten Wald: Hier herrschen freakig-freche Feen unsicheren Geschlechts, mit zerrissenen Netzstrumpfhosen und derben Stiefeln ganz im Punk- oder Gothicstil. Markus Meyer zeigt einen in jeder Hinsicht stets einsatzbereiten, frechen und differenzierten Puck mit allerlei Akrobatik-Einlagen. [...]
Die ihr Stück probenden Handwerker - bei Mason vom Caterer über die Brautmodenverkäuferin zum Veranstaltungstechniker allesamt von den Hochzeitsvorbereitungen - überzeugen durchweg in ihrer Komik. Am Ende darf die erste Zuschauerreihe Konfetti auf die Hochzeitsgesellschaft werfen und die Elfen tragen Lichtkugeln ins Publikum: Ein stimmiger, wenn auch sehr cooler Sommernachtstraum mitten in der österreichischen Hitze-Welle.

dpa, 5.8.2013

Ein überbordendes Spektakel um Liebe und Lust: Shakespeare und Felix Mendelsohn Bartholdy in der bejubelten Regie von Henry Mason bei den Salzburger Festspielen
Dazu gehört wohl Chuzpe: Im Programmheft zu Ein Sommernachtstraum wird die Dauer mit "ca. 2 1/2 Stunden" angegeben; geworden sind es deren drei - ohne Pause wohlgemerkt. Aber das grandiose Spektakel im Residenzhof ließ niemanden ein Bedürfnis verspüren: Regisseur Henry Mason und Ausstatter Jan Meier verstanden es, mit schier unerschöpflichem Ideenreichtum in ihren Bann zu ziehen.
Sven-Eric Bechtolf, Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, wollte erneut ein "Gesamtkunstwerk" - im Sinn von Max Reinhardt - realisiert wissen. Das Unterfangen, Shakespeares Sommernachtstraum samt der Schauspielmusik von Felix Mendelsohn Bartholdy zu bringen, glückte noch weit mehr als Bechtolfs Verzahnung von Molières Der Bürger als Edelmann mit Ariadne auf Naxos im Vorjahr. Nicht die Musik untermalte das Geschehen, Mason illustrierte die Musik - und zwar jede einzelne Sekunde.
Schon während der Ouvertüre macht Puck, angelockt von der Musik, jede Menge Schabernack. Er entreißt Ivor Bolton, dem Dirigenten, den Stab, fuchtelt herum, doch das Mozarteumorchester spielt weiter. Es sitzt nicht in einem Graben, sondern ist Bestandteil der Bühnenarchitektur, einem Gerüst mit mehreren Ebenen, das eigens für das anstehende Hochzeitsfest des Herzogs mit Hippolyta, der Königin der Amazonen, errichtet worden zu sein scheint: Zu Beginn wird noch eifrig lackiert und geputzt.
Ja, vor dieser "Royal Wedding" herrscht Hochbetrieb im Palast des Theseus. Michael Rotschopf ist genervt, da er Entscheidungen zu treffen hat. Und gar nicht goutiert er, dass seine widerspenstige Braut Yoga- und Fechtübungen macht. Schließlich ist sie schwanger. Dass Karoline Eichhorn als Hippolyta keinen Wert auf Konventionen legt, macht sie sofort klar: Mit dem Degen mustert sie die Brautkleider. Keines kommt infrage. Sonderbarerweise wird sie am Ende in Weiß heiraten. Aber zumindest im Hosenanzug.
Involviert in das hektische Treiben sind in dieser wirklich witzigen Version, die keine Neudeutung versucht, auch die Handwerker: Henry Mason machte aus Zettel, dem Weber, einen Bodenleger, aus Schlucker, dem Schneider, einen Veranstaltungstechniker und aus Schnock, dem Schreiner, einen Koch. In der sanft modernisierten, gekürzten Version - Mason gelang mit heutigem Vokabular eine stimmige Übersetzung - ist auch eine Frau mit von der Partie: die Brautmodenverkäuferin.
Adjustiert für eine Wanderung und geleitet von Google Earth zieht die Truppe, die bei der Hochzeit ein Stück aufzuführen gedenkt, in den Athener Wald. Dorthin, in das Reich von Oberon und Titania, verschlägt es auch die vier jungen Leute mit ihren Liebesproblemen. Hermia, die Tussi (Tanja Raunig), lässt Lysander, den kleinen Intellektuellen (Daniel Jeroma), jede Menge Koffer schleppen. Hinterher hasten Demetrius im saloppen Anzug (Claudius von Stolzmann) und die zunächst verschmähte Helena (Eva Maria Sommersberg), die sich von der Brillenschlange in ein Model im Glitzerkleid verwandeln wird.
Im Wald herrschen andere Gesetze, andere Dimensionen. Die Sänfte der Titania besteht z. B. aus einer aufgerollten, angerosteten Sardinendose. Rotschopf ist als Oberon zwar ziemlich eifersüchtig auf das Menschenbaby, das Titania stahl, aber auch in dieser Traumwelt ein Herrscher mit Herz. Er wird es nicht leicht haben mit der kahlgeschorenen Elfenkönigin. Sanft ist Eichhorn nur illuminiert gegenüber dem zum Esel verwandelten Zettel.
Ob der zahlreichen amüsanten Regieeinfälle und der unglaublichen Ausstattungsdetails gehen die Leistungen der einzelnen Akteure und dem Chor beinahe unter. Die Laienspieltruppe (u. a. mit Raphael Clamer, Paul Herwig und Reinhold G. Moritz) vermag mit Tollpatschigkeit zu unterhalten. Das Fest gelingt, Bolton dirigiert den bekannten Hochzeitsmarsch gleich zweimal. Die unbezähmbare Hippolyta wirft Zettel einen fragenden Blick zu: Kennen wir uns nicht von wo?
Einer aber dominiert den ganzen Abend lang: Markus Meyer als Puck. Er kann drollig sein, wie es sich gehört, schillernd, heiter, mitreißend. Mitunter aber ist er auch ein grenzgefährlicher, sexbesessener Psychopath, der so tut, als sei er vom Teufel besessen. Eine Wahnsinnsnummer, eifrig bejubelt.

Der Standard, 5.8.2013

Regisseur Henry Mason inszeniert einen sommerlich leichten, aber niemals lauen „Sommernachtstraum“: Klassisches Sommertheater, allerdings auf höchstem Niveau.
In Shakespeares genialer Komödie begeben sich vier junge Menschen und mit ihnen die Zuschauer ins Land des Unbewussten, in den klassischen Wald der Märchen, wo Geister sie mit ihren Wünschen und Ängsten konfrontieren und die Grenze zwischen Traum und Realität nicht mehr auszumachen ist.
Eine Nacht lang ist nichts unmöglich, auch nicht, dass eine Elfenkönigin einen zum Esel mutierten Handwerker liebt, bis am Ende die Ordnung in Form einer Dreifachhochzeit wiederhergestellt wird. Doch, wer weiß, vielleicht träumen wir ja auch diese Ordnung nur?
Henry Mason hat Shakespeares Text neu übersetzt, seine Fassung hat Charme und Witz, entgeht aber manchmal der Kalauer-Gefahr nur knapp.
Seine Inszenierung betont das Zauberhafte des Textes und ignoriert seine Bedrohlichkeit weitgehend, was man bedauern kann, aber nicht muss. Dazu fallen ihm allerliebste Bilder ein – etwa das Schaumbad von Elfenkönigin und Esel, bei dem die Elfen mit überdimensionalen Strohröhren für das richtige Blubbern sorgen.
Das Abgründige, Erotische der Träume wird in sehr schönen Tanz-Sequenzen (Choreografie: Francesc Abós) angedeutet: Personen gehen, wie im Traum üblich, ineinander über, Identitäten verschwimmen.
Das zusammengewürfelte Ensemble schlägt sich sehr gut. Markus Meyer ist als boshafter Elf Puck der perfekte Spielleiter. Er spielt diese berühmte Rolle virtuos, wie einen kleinen Hund, der ständig Unsinn anstellt, dem man aber nicht böse sein kann, wenn er treuherzig den Kopf schief legt.
Michael Rotschopf (Theseus/Oberon) und Karoline Eichhorn (Hippolyta/Titania) sind als Menschen-/Elfenpaar großartig, sehr abgründig und vielgesichtig. Tanja Raunig (Hermia), Eva Maria Sommersberg (Helena), Daniel Jeroma (Lysander) und Claudius von Stolzmann (Demetrius) spielen die vier jungen Menschen in Liebeswirren exakt so, wie man es erwartet.
Herrlich gelingen die Rüpelszenen, die Handwerker Paul Herwig (Zettel), Raphael Clamer (Peter Squenz), Christian Graf (Flaut), Barbara Spitz (Schnauz), Mathias Schlung (Schnock) und Reinhold G. Moritz (Schlucker) legen bei der Theater-im-Theater-Szene zum Schluss derart entfesselten Slapstick hin, dass man schon sehr abgebrüht sein müsste, um sich da nicht die Schenkel blau zu klopfen.
Das Besondere dieser Inszenierung ist, dass sie Shakespeares Text mit der gut 250 Jahre später dazu komponierten „Bühnenmusik“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zusammenführt. Diese ist krass romantisch, bietet eine schwelgerische Ouvertüre sowie einen echten Hit (den berühmten „Hochzeitsmarsch“), bremst aber stellenweise die Handlung mehr, als sie sie vorantreibt. Ivor Bolton und das Mozarteumorchester Salzburg musizieren sommerlich-genießerisch. Glänzen kann das Vocalensemble. Stark: Die Solisten Chiara Skerath und Sophie Rennert (Gesang) sowie Joaquin Fernández und Luke Giacomin (Tanz).
Jubel und viele Bravos.

Kurier, 5.8.2013

Shakespeares „Sommernachtstraum“, inszeniert von Henry Mason, mit Mendelssohns kompletter Schauspielmusik, dirigiert von Ivor Bolton – eine traumhafte Aufführung der Salzburger Festspiele ist jetzt auf DVD erschienen.

Eine Aufführung des Gesamtkunstwerks [ist] fast zwangsläufig [ein] Unternehmen, das sich nur große und potente Festivals leisten können. So wie 2013 die Salzburger Festspiele, die dem Werk in warmen Sommernächten im Residenzhof eine spektakuläre Bühne für Wort, Spiel und Musik bereiteten. Auf der aktuell erschienenen DVD-Aufzeichnung kann man miterleben, dass Mendelssohns Musik nicht nur von außen herangetönter Kommentar zu den Verwirrungen im elfen- und feen-durchschwirrten Wald bei Athen ist, sondern ein integraler Bestandteil des Spiels [...]

Das zeigt sich schon im Bühnenbild, das das Orchester (das Mozarteum-Orchester unter seinem Chefdirigenten Ivor Bolton) in der ersten Etage über der Bühnenfläche platziert, gut sichtbar, immer wieder in wechselnde Lichtstimmungen getaucht und manchmal auch munter ins Geschehen einbezogen, wenn plötzlich Puck mit Bolton um den Dirigentenstab rangelt und damit wild gestikuliert.

Das Verhältnis zwischen Musik und Spiel bietet in dieser Aufführung keine eindeutige Hierarchie, Masons Bilder und Regieeinfälle arbeiten der Musik ebenso zu wie sie dem Bühnengeschehen. Sie ist mehr als nur beiläufig-gefällige Untermalung des Spiels, sie ist seine gleichberechtigte Partnerin – auch wenn der Text in den knapp drei Stunden natürlich ein längenmäßiges Übergewicht hat gegenüber den 45 Minuten Musik. Doch die Musik bremst nicht, die Handlung auf der Bühne läuft durchgängig zur Musik weiter, so entsteht fast das Gefühl, eine gesprochene Oper zu erleben.

Gleich in der Ouvertüre, die Mendelssohn im Alter von 17 Jahren schrieb, erzählt Mason zur Musik ebenso viele kleine Handlungsbausteinchen aus dem Vorfeld der Athen Fürstenhochzeit, wie die Musik einmal im Schnelldurchgang durch alle Dimensionen des folgenden „Sommernachtstraums“ führt. Wobei Bolton da keineswegs nur flimmernden Sternstaub, Elfenkichern und süßliche Romantik ins Traumland hinabglitzern lässt – er malt vor allem auch die irrlichternden, düsteren, dunklen Stellen aus, in denen von untergründigen Ängsten, von Sehnsüchten und abgründigen Leidenschaften die musikalische Rede ist. [...] Boltons Kunst ist es, das durchweg mit leichter Hand zu tun – es ist in seiner Version immer Märchen und Traum und kein Drama.

Nicht genug loben kann man kann man Henry Mason neue Textfassung, die frei und frech, dabei mit großen Respekt die zu Ikonen gewordenen Verse von Schlegel/Tieck behutsam modernisiert, und ihren und Shakespeares Sprachwitz dezent ins Heute transportiert – eine große und großartig gelungene Arbeit. Genau wie seine quirlige, leichtgängige Regie mit einem jungen Ensemble. Mason beherrscht den Elfenspuk ebenso wie die feine Karikatur des Yuppie-Hofs von Theseus und Hippolyta, lässt beim Streit zwischen Oberon und Titania gewaltig die Fetzen fliegen und Puck wunderbar anarchisch herumchaotisieren.

Das ist Salzburger Sommertheater vom allerfeinsten. Ein Glück, dass es auf DVD dokumentiert wurde und erhalten bleibt.

www.kultur-port.de, 21.8.2014

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Tanja Raunig (Hermia), Daniel Jeroma (Lysander) © Klaus Huemer
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HEISSE SOHLEN

Schauspiel mit Tanz von Henry Mason
Ein Auftragswerk des Landestheaters Linz
Uraufführung in den Kammerspielen am 21.6.2013

Festivalproduktion des Landestheaters Linz
für SCHÄXPIR 2013 Internationales Theaterfestival für junge Publikum

 

Regie: John F. Kutil

Bühne: Reinhard Taurer

Kostüme: Natascha Wöss

Musik: Clemens Pichler

Choreographie: Alfonso Hierro-Delgado

 

ROSMARIE
Eine Gruselpartie ist das. Ich hab mir gedacht, Rosmarie, das ist wie a Klassentreffen, das wird a Hetz. Aber so dermaßen verbraucht wie die alle ausschauen... Ich tu ja was ich kann, ich geh in Salsa und in Pilates und im Winter Langlauf, aber ab einem gewissen Alter hängt man einfach durch... Wie ich das erste Mal da getanzt hab, mit fünfzehn, da war noch alles Mögliche möglich... Es ist schon eine Bitternis, wenn man weiß, dass es zu spät ist.

 

In einer ehemaligen Linzer Tanzschule treffen sechs Jugendliche auf eine Gruppe tanzbegeisterter SeniorInnen. Sie alle wollen den leerstehenden Raum nutzen. Die SeniorInnen wollen wie früher das Tanzbein schwingen. Die junge Clique muss für eine Castingshow trainieren und ist weniger entspannt. Es kommt zur Konfrontation. 1963 florierte diese Tanzschule, viele erlebten hier die Abenteuer ihrer Jugend. Partnerwahl, Flirt, die erste Liebe und so manche Tragödie spielten sich auf dem Parkett ab.


Die Geschichten von 1963 leben wieder auf. Was bedeutet Tanz damals und heute? Wie wurde geflirtet? Die Antworten gaben SeniorInnen aus Linz und Umgebung im Herbst 2012 in Interviews. Auf deren Grundlage wurde das Stück geschrieben. Jetzt erobern die Damen und Herren gemeinsam mit den jungen SchauspielerInnen die Tanzfläche. 

 

Es ist nie zu spät... Ein Spiel mit der Zeit, das Entscheidungen sichtbar macht, die auf der Tanzfläche getroffen werden und ein Leben verändern. Eine Geschichte über die Liebe, über das Tanzen und über die Liebe zum Tanz. Eine Geschichte von zwei Generationen, die sich ähnlicher sind, als sie glauben.

Der Brückenschlag zwischen Teenies von heute und ihrer Großeltern-Generation ist mit dieser Uraufführung voll gelungen! Es braucht schon so Vollblut-Theatermenschen wie Autor Henry Mason und Regisseur John F. Kutil, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Authentisch, berührend und trotzdem so unterhaltsam. Da wippen ältere Damen begeistert mit den Beinen, wenn eine Gruppe Senioren im alten Tanzsaal ihre Tanzschulzeit wieder aufleben lässt. Und meine 13-jährige Begleiterin fand es „cool“, wie die Teenies übers Parkett fegen und dort gleichzeitig für eine Tanz-Castingshow trainieren wollen. ... Atemberaubend schnelle und trotzdem behutsam gesetzte Szenenwechsel und Musik lassen das Publikum zwischen den sechziger Jahren und 2013 switchen. 75 Minuten lang tanzt sich das Ensemble durch die Gefühlswelt junger Menschen.

Neue Kronen Zeitung, 24.6.2013

Allein die Idee von Autor Henry Mason und Regisseur wie u\hof:-Leiter John F. Kutil ist spitze: 13 Senioren zu casten für ein generationenübergreifendes Stück (ab 13): In einer einstigen Linzer Tanzschule treffen Junge und Junggebliebene aufeinander: Erstere, um für ein Casting zu trainieren, zweitere auf Nostalgietrip. Das u\hof:-Ensemble (Katharina Stehr, Claudia Waldherr, Sabrina Rupp, Wenzel Brücher, Tobias Eiselt, Markus Pendzialek) schlüpft dabei in Doppelrollen.
Als Jugendliche von heute sind sie flippig, auch rotzfrech. Als Jugendliche von 1963, in der Erinnerung der Senioren, tanzen und träumen sie zu „Bossa Nova“, hoffen, bangen, lieben erstmals. Weiße Handschuhe (stilgetreue Kostüme: Natascha Wöss) waren einmal, geblieben sind der Männermangel oder die Scheu vor dem anderen Geschlecht. Seite an Seite holt die Vergangenheit das Heute ein, zaubert ein Lächeln auf Lippen, reißt alte Wunden auf. Manches Schicksal bleibt angedeutet, vieles spannend bis zuletzt. Der Brückenschlag auf der Bühne zwischen Profis und den herzerfrischend spielfreudigen Animateuren gelingt wie jener im Publikum, das im verlängerten Tanzsaal sitzt (Bühne: Reinhard Taurer): Bei „Mit 17 hat man noch Träume“ summt das reifere Publikum mit, bei Breakdance-Einlagen tobt die Jugend. Und beim gemeinsamen Finale der ganze Saal.

OÖ Nachrichten, 24.6.2013

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Sabrina Rupp (Rosmarie 1963), Katharina Stehr (Gerda 1963) © Reinhard Winkler

2012

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DAS WINTERMÄRCHEN

von William Shakespeare
Übersetzung und Fassung von Henry Mason

Shakespeares intimste Komödie aus dem Jahr 1610 ist ein bittersüßes Familienmärchen, das von der Heilung erzählt, die die Zeit bringt, und der Hoffnung, die Kinder für ihre Eltern bedeuten. Die so komische wie berührende Tragikomödie wird in Masons Übersetzung unmittelbar und griffig wiedergegeben.

 

„Im Theater in der Kulturfabrik Helfenberg wird seit 2007 Sommertheater gezeigt, der Begriff aber greift zu kurz: Das ist großes, anspruchsvolles Theater. Henry Mason hat das Stück übersetzt, in aktueller, aber nie sich einem flapsigen Zeitgeist-Kauderwelsch anbiedernder, humorvoller Sprache“, schrieben die OÖ Nachrichten zur Uraufführung dieser Fassung, die mit dem oberösterreichischen Bühnenkunstpreis 2012 ausgezeichnet wurde (in der Fotogalerie sehen Sie Bilder dieser Inszenierung).

 

„Ein Stück“, ergänzt das Neue Volksblatt, „das die Latte hochlegt. Da braucht es schon einen Henry Mason, dem Shakespeares Texte und deren Übersetzung ein besonders Anliegen sind und gut von der Hand gehen. [...] Henry Mason hat zweierlei geschafft: eine eingängige Textfassung und eine starke Inszenierung.“

Grandiose Mason-Inszenierung in Helfenbergs Theaterfabrik: „Das Wintermärchen“ als Schauspielhit mitten im Sommer. Regisseur Henry Mason bedient mit seinem fabelhaften Ensemble geschickt sämtliche Register von der Königstragödie bis hin zur Schäferkomödie. Ich möchte keine Minute davon missen.

Neue Kronen Zeitung

Respekt, Frau Paulina! Die nimmt sich wahrlich kein Blatt vor den Mund und verpasst sogar dem König heftige Verbalwatschen, dass auch der Herrscher Siziliens höchstselbst nicht mehr weiß, wie ihm geschieht. Und recht geschieht ihm! Diesem Sturschädel Leontes, der seine schwangere Frau und seinen besten Freund, den König Böhmens, der Untreue bezichtigt. Der Bazillus Eifersucht frisst sich wie eine Geisteskrankheit in sein Gehirn, er lässt die Ehefrau in den Kerker werfen, will den vermeintlichen Widersacher ermorden lassen und überlässt das gemeinsame Kind in der Wildnis seinem Schicksal. Das ist der Inhalt des ersten Teils von „Das Wintermärchen“, in dem Shakespeare zwei sehr unterschiedliche Teile zu einem Stück vereint. Der erste Teil einer griechischen Tragödie gleich, der zweite Teil 16 Jahre später mit der fröhlichen Lockerheit eines Sommernachtstraumes samt wagemutig konstruiertem Happy-End.

Im Theater in der Kulturfabrik Helfenberg wird seit 2007 Sommertheater gezeigt, der Begriff aber greift zu kurz: Das ist großes, anspruchsvolles Theater. Henry Mason hat das Stück übersetzt, in aktueller, aber nie sich einem flapsigen Zeitgeist-Kauderwelsch anbiedernder, humorvoller Sprache. Ebenso ist seine Inszenierung. Er führt die Figuren genau und umsichtig auf dem kahlen Spieltablett, um das die Zuschauer angeordnet sind, fügt der inszenatorischen Präzision eine Fülle an kleinen und feinen Regieeinfällen zu. Er hat ein tolles Ensemble zusammengestellt [...] Am Ende nehmen rund 30 Leute auf der Bühne den heftigen Applaus des Premierenpublikums entgegen.

Oberösterreichische Nachrichten

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Das „Wintermärchen“-Ensemble © Klaus Huemer
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ALICE IM WUNDERLAND

Musical von Henry Mason und Thomas Zaufke
nach den "Alice"-Romanen von Lewis Carroll

Ein "Lob der verrückten Fantasie" schrieb der Kurier angesichts der Uraufführung des Stückes am Theater der Jugend in Wien (in der Fotogalerie sehen Sie Bilder davon).

 

Als "eine der besten Adaptionen der letzten Jahre" bezeichnet Der Standard diese Musicalfassung, die unter Wahrung von Lewis Carrolls skurrilem Figurenpersonal, überbordendem Wortwitz, absurd-philosophischen Sprachspielen und grandiosen Nonsens-Situationen sowohl den Roman "Alice im Wunderland" als auch den Roman "Alice hinter den Spiegeln" vereint.

 

Zur eingängigen Komposition von Thomas Zaufke, die mit Anklängen an die Musik der 20er Jahre aufwartet, trifft die Fantasiewelt von Alice in der Textfassung von Henry Mason auf die Wirklichkeit, mit der sich Alice konfrontiert sieht, und setzt diese, dramaturgisch geschickt verwoben, in einen Kontext.

 

In der Wirklichkeit, die durch strenge Ordnung und die Betonung von Regeln und Benimm dominiert wird, ersehnt sich Alice eine Gegenwelt voller Wunder ohne Gesetzmäßigkeiten und Verbote. Als sich Alice mit dem weißen Kaninchen plötzlich in dieser fantastischen Welt wieder findet, ist sie zunächst begeistert. Nach und nach merkt sie jedoch, dass die befreiende und kreative Formlosigkeit des Wunderlands auch in frustrierende Willkürlichkeit umschlagen kann und muss erkennen, dass ihre Mission, das von der Todesstrafe bedrohte Kaninchen zu retten, nur durch den Einsatz von Regeln und Logik möglich wird. Auf ihrer Reise wird so das Verhältnis von Ordnung und Chaos, Form und Freiheit, Regel und Willkür ausgelotet und nach einer Balance zwischen den Werten der beiden Welten gesucht.

Wenn das Theater der Jugend schlicht und einfach „Alice im Wunderland“ ankündigt, so hätte man manches erwartet – nicht aber, dass hier ein veritables Musical auf die Bühne gestellt wird, und das so souverän, dass man die Produktion unverändert in jedes echte „Musical“-Theater versetzen und damit reüssieren könnte.
„Alice“ wie sie leibt und lebt - und ein gelungenes Musical dazu! Das hat mit der geschickten Fassung zu tun, die vom Regisseur Henry Mason stammt, den flotten Liedtexten und vor allem mit der Musik von Thomas Zaufke, die weit mehr ist als nur die routinierte Rhythmik, die in diesem Genre meist geboten wird.
Mason ist Brite, das heißt, dass Lewis Carrolls „absurdes“ Kinderbuch von Alice, die vom weißen Kaninchen in ein abstruses Wunderland mitgenommen wird, ihm sozusagen heilig ist – und das, so wie sie ist. Das bedeutet, dass die Geschichte weder modernisiert noch verfremdet wird, denn sie ist in ihrer „Originalfassung“ spontan, frech, hinterfragend und heutig genug. [...] Und Mason stößt die jugendlichen Zuschauer nicht wie das Buch direkt ins Geschehen, sondern gibt dem Ganzen noch einen drolligen familiären Hintergrund, von dem aus Alice dann in die Traumwelt abdriftet, wobei er genaue Bezüge zwischen Wirklichkeit und Phantasie hergestellt hat.
Das jugendliche Publikum ist mit höchstem Verständnis und höchstem Vergnügen mitgegangen.

www.der-neue-merker.eu – 02.06.2012

Sag der Vernunft auf Wiedersehen! Lust am Fantasieren: "Alice im Wunderland" im Wiener Renaissancetheater überzeugt auf vielfacher Ebene.
Manchmal braucht es einen Ausflug in die Absurdität, um in der rationalen Welt wieder klar denken zu können. Das lebt die Protagonistin in Lewis Carrolls Alice-Romanen seit 1865 Kindern vor, die sich wie sie in der konformistischen Welt der Erwachsenen langweilen oder angesichts der unzähligen Benimmregeln verzweifeln.
Man würde meinen, der bekannte Stoff bedürfe keiner weiteren Kniffe, um auch auf der Musicalbühne zu überzeugen. Die Neuanordnung von Henry Mason am Wiener Theater der Jugend zeigt aber auf, dass die Lust am Fantasieren mit ein paar zusätzlichen Ideen noch wächst. Zum einen sind da das erstaunlich wandelbare Bühnenbild (Jan Meier), das vor allem durch den genialen Einsatz von Schrift überrascht, sowie die eingängige Musik von Thomas Zaufke, die live im Hintergrund der Bühne interpretiert wird. Zum anderen sind die Mehrfachrollen klug besetzt.
Jede Figur des viktorianischen Elternhauses bekommt ihre Entsprechung im Wunderland, und Alice lernt durch die Lösung von Konflikten im Traum, wie sie auch jene im Familienleben bewältigen kann. Zudem verbindet die Charaktere hier ein Beziehungsgeflecht, das die im Original eher disparaten Begegnungen glaubwürdig aufeinander bezieht. [...]
Am Ende steht eine der besten Adaptionen der letzten Jahre und ein aufregendes Musical, das für Kinder ab sechs Jahren konzipiert ist, aber auch Erwachsenen eine Möglichkeit bietet, der bedeutungsvollen Welt für zwei Stunden zu entfliehen.

Der Standard, 5.6.2012

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Jan Zabbée (Lakai 2), Merten Schoredter (Billy), Natalie Ananda Assmann (Alice), Horst Eder (Großvater) © Rita Newman

2011

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CYMBELIN

von William Shakespeare
Übersetzung und Fassung von Henry Mason

Der Kurier schrieb anlässlich der Uraufführung dieser Fassung: "Henry Mason, der Regie-Großmeister des Theaters der Jugend, hat den mutigen Schritt getan. Hat »Cymbelin«, eines der Spätwerke Shakespeares, so umgeschrieben und inszeniert, dass er nach wie vor klug, emotional und turbulent, aber gleich aufs erste Hinhören verständlich ist."

 

Ein äußerst selten gespieltes, durchaus skurriles Meisterwerk wird in Masons griffiger Fassung für deutschen Sprachraum neu entdeckt. Sie sehen in der Fotogalerie Bilder der Uraufführung dieser Fassung am Wiener Renaissancetheater.

 

Zum Inhalt:

In Shakespeares hinreißender Phantasmagorie kollidieren Welten und Zeiten. Im vorchristlichen Britannien steht die Königsfamilie vor einer Zerreißprobe, als Königstochter Innogen gegen den Willen ihres Vaters Cymbelin einen jungen Niemand namens Posthumus zum Mann nimmt. Dieser Posthumus geht im Renaissance-Italien eine verheerende Wette mit Iachimo ein. Während Cäsars Heerscharen gegen Britannien marschieren, skandiert Cymbelins königliche Gemahlin nationalistische Sprüche. Und die von allen Seiten verratene und verfolgte Innogen – ein Schneewittchen in Männerkleidung – flieht währenddessen tief in die walisischen Berge und stößt dort auf ein verblüffendes Familiengeheimnis, das rollende Köpfe, Geistererscheinungen und große Schlachten zur Folge haben soll …

In seinem Spätwerk »Cymbelin« träumt Shakespeare von sich selber: ein Plot, der an buntem Aberwitz seinesgleichen sucht.

Henry Mason, der Regie-Großmeister des Theaters der Jugend, hat den mutigen Schritt getan. Hat »Cymbelin«, eines der Spätwerke Shakespeares, so umgeschrieben und inszeniert, dass er nach wie vor klug, emotional und turbulent, aber gleich aufs erste Hinhören verständlich ist. Er erzählt die Geschichte des Königs Cymbelin, der sich von seiner intriganten Frau in einen Familienzwist und in den Krieg gegen Italien treiben lässt, mit einer Leichtigkeit und Lust, die spürbar ist.

Seine Schauspieler folgen ihm mit Verve. Zweieinhalb Stunden Shakespeare auf die relaxte Tour: Experiment gelungen!

Kurier, 10.4.2011

Mason gelingt es, das oft gescholtene und selten gespielte Spätwerk Shakespeares gleichermaßen spannend wie auch nachvollziehbar in Szene zu setzen. Der üppigen Romanze [...] begegnet der auch die Textfassung verantwortende Oberspielleiter des Hauses mit leichter Ironie. Die Geschichte um Liebe, Politik und böse Stiefmutter wird aus der 2000 Jahre alten britischen Sagenwelt in eine Parallelwelt verlegt, in der Telefon und Anzug (Kostüme: Jan Meier) ebenso zum Alltag gehören wie epische Schlachten mit überdimensionierten Waffen. Auch das gelungene Bühnenbild von Judith Leikauf und Karl Fehringer verortet die Handlung im Reich der Träume und Fantasie. Wo zunächst auf dem zur Wand hochgeklappten Boden zwei leere Gitterbetten Cymbelins größten Verlust bezeugen, entstehen später eine romantische Höhle und ein apokalyptisches Schlachtfeld. Christopher Nolans Inception trifft endgültig auf Sigmund Freud.

Auf offener Bühne vollzogene Kostüm- und Rollenwechsel – fast alle Mitglieder des starken Ensembles spielen mehrere Figuren – relativieren die wild konstruierte Handlung. Der Schluss, wenn alle Intrigen enthüllt werden, gerät schließlich zum komischsten Teil des kurzweiligen Abends. So hat das Publikum noch Kraft für großen Beifall, den die sichtlich erschöpften Darsteller glücklich empfangen.

Der Standard, 3.4.2011

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Ulrike Schlegel (Innogen), Daniel Jeroma (Posthumus) © Rita Newman

2010

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JUST SO

Musical von Anthony Drewe und George Stiles
Deutsche Übersetzung von Henry Mason

"Fell, Federn oder Schuppen

Stehen euch zur Auswahl frei

Ob Füße, Pfoten, Krallen,

Vier Beine oder zwei

Das Einheitsgrau, das find ich schrecklich fade

Dabei gibt's doch Farben Ende nie

Drum variiert das Thema

Das Schema schreit nach Fantasie...

Nur so wisst ihr: Der ist der

Nur so stellt sich eine Vielfalt her..."

 

Henry Masons Übersetzung von Stiles & Drewe bezauberndem Familienmusical "Just So" transportiert auch im Deutschen den unbändigen Wortwitz des Originals. Sie sehen in der Fotogalerie Bilder der deutschsprachigen Erstaufführung am Theater der Jugend, Wien.

Die Erwachsenen im Publikum sind jedenfalls bald hingerissen [...] Hin und wieder schaut man noch bange auf die kleine Begleitung, aber dann pfeift man drauf und genießt den ganzen Wirbel, den Henry Mason hier inszeniert hat.Schließlich, nach dem Schlussapplaus, die bange Frage an die Siebenjährige: »Und, wie hat es dir gefallen?« »Das beste Stück, das ich je gesehen habe!« Na dann.

Die Presse, 13.10.2010

Das Theater der Jugend bringt im Renaissancetheater das von Kiplings Geschichten inspirierte Familien-Musical »Just So« von George Stiles und Anthony Drewe in der deutschen Übersetzung von Henry Mason, der das turbulente Stück auch ungemein fantasievoll inszenierte. Was er unterstützt durch musikalische Leitung (Gerald Schuller/ Hannes Drobetz), Choreographie (Francesc Abós), Bühnenbilder (Michaela Mandel), Kostüme (Jan Hax Halama), Licht (Frank Sobotta) bietet, das ist wahrlich der Stoff, aus dem die Träume sind. [...]
Überbringer dieser Botschaft ist ein hinreißendes junges Darstellerteam, faszinierend durch gesangliches und tänzerisches Können wie durch Präsenz und Komödiantik. Stellvertretend für das schillernde Dutzend seien Daniela Dett und Christian Graf genannt.

Wiener Zeitung, 14.10.2010

Und wieder einmal ein gelungener Auftakt! Eine liebenswerte Menagerie rund um ein Elefantenkind hat das Theater der Jugend im Renaissancetheater für George Stiles' (Musik) und Anthony Drewes von Rudyard Kipling inspiriertes Musical »Just So« zusammengetrommelt: Dem Ruf der Wildnis folgt da Klein und Groß gerne.
Regisseur Henry Mason verzaubert mit seinem Team Michaela Mandel (Bühne) und Jan Hax Halama (Kostüme) mit einfachsten, doch effektvollen Mitteln, Fancesco Abós Choreographie hat internationale Qualität, Christopher Jahnkes Orchestrierung Biss, und akustisch ist das alles perfekt umgesetzt von Gerald Schuller und seinen Musikern im Off. Großer Jubel!

Kronenzeitung, 15.10.2010

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Das "Just So"-Ensemble © Rita Newman

2009

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ORESTIE: DIE BRUT

von Henry Mason
nach der "Orestie" von Aischylos

Das System einer Familie ist stark. So stark, dass man sich als einzelnes Mitglied oft nicht daraus befreien kann, dass das eigene Tun und Denken durch das der Vorfahren − egal ob tot oder lebendig − bestimmt ist.
Diese Erfahrung muss auch Orest machen, der nach Jahren der Abwesenheit wieder nach Hause zurückkehrt. Er hat erfahren, dass seine Mutter und ihr Liebhaber seinen Vater ermordet haben; seine Schwester Elektra drängt ihn, diese Tat zu rächen. Die Familie des Orest steht schon seit Generationen unter dem Fluch, sich selbst auszulöschen. Und nun kommt auch Orest, der jüngste Sohn dieser Familie, in Konflikt mit den Toten, die erneut kompromisslos Blut fordern. Kann der Rache-Mord an seiner eigenen Mutter die Familienschuld decken? Kann der blutige Zyklus durchbrochen werden?

Henry Masons Version von Aischylos Orestie holt den Stoff aus der Antike ins Heute und beleuchtet Abgründe der menschlichen Psyche.

Schlagend widerlegt Henry Mason in seiner beklemmend-eindringlichen Inszenierung, dass uns antike Dramen nichts mehr zu sagen hätten.

Neues Volksblatt

„Orestie: Die Brut“ ist ein grausames Stück mit vielen Morden und Gräueltaten: Henry Mason hat diese Tragödie des griechischen Dichters Aischylos für das Heute und für Menschen ab 16 bearbeitet. Die Uraufführung wurde heftig akklamiert.
Henry Mason hat frei nach Aischylos das Stück „Orestie: Die Brut“ geschrieben: in kraftvoller, drastischer Sprache an das Heute angepasst, aber nicht anbiedernd und nie die Vorlage aus den Augen verlierend. Wobei ihm wichtig ist, das patriarchalische System herauszuarbeiten und zu zeigen, dass alles nicht damals im fernen Griechenland passierte, sondern immer und überall möglich ist, denn „die Familie trug nie etwas nach außen... Sie regulierte sich selbst. Aber tut das nicht jede Familie?“, heißt es einmal im Stück.
Eva Sobieszek hat ein sensationelles Bühnenbild gebaut: das nüchterne Weiß symbolisiert die Gefühlskälte der Familie, verschiedene Ebenen erzeugen modernes Loft-Ambiente. Mit einer ebenso sensationellen Lichtregie (Johann Hofbauer) werden Schattenbilder erzeugt, die das Bedrohliche von Thrillern wie „Psycho“ oder „Shining“ aus der Erinnerung holen und – bitte nicht falsch verstehen – wirklich wunderschön stilisierte Morde ermöglichen.
Präzise und unaufgeregt führt Regisseur Henry Mason das Team, lässt das Unfassbare ohne Hysterie ablaufen. Ein Stück mit unsäglich grauenhafter Thematik, in kurzen eineinhalb Stunden spannend wie ein Krimi umgesetzt.

OÖ Nachrichten

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Tobias Graupner (Orest) und Ensemble © Norbert Artner
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WIR SIND LINZ

Revue nach Interviews mit Linzer Jugendlichen
von Henry Mason

Fünf junge Menschen, fünf Mikrophone, eine Band: eine etwas andere Revue, für die das Zielpublikum selber das Stückmaterial geliefert hat. Der u\hof: hat fünfzehn Linzer Jugendliche zwischen 13 und 18 interviewt: zu Herkunft und Zugehörigkeit, zu Religion und Politik, zu Schule und Alkohol, zu Ausländern in Österreich und ihrem Leben in Linz. Diese Interviews bilden den Text des Stückes – vor allem aber waren sie Inspiration für die fünfzehn schmissigen Songs. 


Wie grauenhaft es war, vierzehn zu sein! „Einmal pubertieren reicht fürs Leben!/Wenn man vor Akne strotzt/Vor Mathe kotzt/Eh schon bebrillt is’/Und stinkt wie ein Iltis!“ Die Revue Wie sind Linz stellt aber nicht nur das emotionale Leben und Leiden der Jugendlichen auf die Bühne, sondern widmet sich als Schwerpunkt auch dem politischen Rechtsruck der letzten Jahre. Ohne zu werten oder kommentieren werden hier Weltanschauungen nebeneinander gestellt, die sich ein Gesamtbild einer Generation zusammenfügen, die zwischen Anpassung, Zukunftsangst und Orientierungslosigkeit schwankt. 

Ein Hoch der Pubertierquälerei
Mit „Wir sind Linz“ nimmt Henry Mason am Donnerstag in den Kammerspielen vorläufig seinen erfolgsgekrönten Abschied vom u\\hof: und von Linz.
Sieben Mädchen und acht Burschen zwischen 13 und 18 Jahren, teils aus Linz, teils aus Ländern des Balkans und Ghana – sie sind Linz und gewissermaßen die Co-Autoren: Ihre Interviews lieferten den verbalen Zündstoff für die zwölf Songs der Revue. Schmissig, fetzig, wild, rebellisch wie melancholisch, zart – sie sind so unterschiedlich wie ihre Themen. Schule, Mobbing, Taschengeld, Ausländer, Wahlen: Die Revue führt – einmal heiter und urkomisch, dann wieder todernst und nachdenklich – durch alle Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens, gewährt Einblicke hinter die brüchigen Fassaden familiärer Lebens(schief)lagen, offenbart Zukunftsträume wie -ängste, wobei Haus und Familie, der Wunsch nach Geborgenheit, ganz oben auf der Wunschliste stehen. Jan Hax Halamas blaue Linz-Skyline mit ihren spitzen Dächern hat so viele Ecken und Kanten wie das Jungsein, hält aber auch ebenso viele Nischen bereit. Gesungen, getanzt, gelungert, getobt wird überall. Zu den gepfefferten Rhythmen der Band (Günther Böcksteiner, David Wagner, Ewald Zach) und von einem starken u\\hof:-Ensemble, das sich diesmal selbst übertrifft: Nora Dirisamer, Tobias Graupner, Matthias Hacker, Christiane Schulz und Daniela Dett als Gast. Erleichtert, dass und wehmütig, weil sie vorbei ist, blicken Letztere als Auftakt zurück auf ihre eigene „Pubertierquälerei“. Ein Versprechen vorab auf Augenhöhe mit den Jugendlichen, das Regisseur Henry Mason einlöst: Peinlich wird es nie, die Annäherung ist immer eine behutsame, getragen von liebevoller Ironie.

OÖ Nachrichten, 26.6.2009

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Christiane Schulz, Tobias Graupner, Daniela Dett, Matthias Hacker, Nora Dirisamer © Christian Brachwitz

2008

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WIE ES EUCH GEFÄLLT

von William Shakespeare
Übersetzung und Fassung von Henry Mason

Die OÖ Nachrichten schrieben am 31.Juli 2008: „Mason führt nicht nur Regie mit dem richtigen Gespür für Rollenbesetzungen und für perfekt dosierte Mischung zwischen Poltern und leisen Tönen, sondern hat auch eine Fassung erstellt, die diese Shakespeare’sche Gratwanderung zwischen Anspruch und Spaß, zwischen Ernsthaftigkeit und Blödelei nachvollzieht – sowohl sprachlich als auch in der dramaturgischen Umsetzung.“

Eine Wandertheaterproduktion in wunderschöner Umgebung: „Wie es euch gefällt“ fand bei der Premiere beim Publikum großes Gefallen... ein sich als absolut positives Erlebnis ins Gedächtnis einprägende Theaterprojekt. [...] Diese Shakespeare-Komödie tatsächlich dort ansiedeln zu können, wo sie spielt, hat schon besondere Qualität. Und die ist dem für seinen schier unerschöpflichen Ideenfundus bekannten Theatermann Henry Mason zu verdanken. Er führt nicht nur Regie mit dem richtigen Gespür für Rollenbesetzungen und für perfekt dosierte Mischung zwischen Poltern und leisen Tönen, sondern hat auch eine Fassung erstellt, die diese Shakespeare’sche Gratwanderung zwischen Anspruch und Spaß, zwischen Ernsthaftigkeit und Blödelei nachvollzieht. Dabei folgt ihm ein bewährtes Schauspielteam mit mitreißender Spiellaune.

OÖ Nachrichten, 31.7.2008

Ein feiner Wandertheaterabend an ungewöhnlich sinnlichen Aufführungsorten. „Wie es euch gefällt“ gilt schon für den Weg zur ersten Spielstätte im Schloss Revertera: Sportliche wandern eine Viertelstunde, wer lieber fährt, muss sich einem 54 Jahre alten Steyr-Bus anvertrauen. Allein das ist schon ein Erlebnis.
Im Schlosspark rauschen die Bäume, der Kies knirscht sanft unter den Füßen. Doch dann beginnt das Spiel rasch und brutal [...] Danach führt die abendliche Wanderung zur zweiten Spielstätte in der Kulturfabrik durch Wiesen, Felder und ein wenig (Ardenner)Wald.

Neue Kronen Zeitung, 31.8.2008

Im sommerlichen Schlosshof des Grafen Revertera wird getändelt und gelacht, geplauscht und geplanscht, geflüchtet und gekämpft. Ohne Bühne und Sitzplätze, unter freiem Himmel inmitten der Natur, bei totaler Stille und toller Akustik, hat Henry Mason Shakespeares Komödie als pfiffiger Wandertheater in die Landschaft gestellt. Die Inszenierung besticht durch Leichtigkeit, Heiterkeit, Spielfreude. Mit seinem Ensemble junger, eingeschworener Schauspieler lässt er bis zum schwungvollen Finale keine Langeweile aufkommen.

Neues Volksblatt, 31.8.2008

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Probenfoto: das Ensemble in der Kulturfabrik Helfenberg © Philipp Ehmann