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2014

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DIE UNENDLICHE GESCHICHTE

Teil II: Die Schlacht um den Elfenbeinturm

von Henry Mason
nach dem Roman von Michael Ende

Pressepremiere am 20.Mai 2014

 

Bühne und Kostüme: Jan Meier und Ingrid Erb

Figurenbau und -training: Rebekah Wild

Musik: Thomas Zaufke

Ton: Franz Flieger Stögner

Bewegungscoach: Lorna Dawson

Kampftraining: Mel Stein

Lichtdesign: Christian Holemy

Musikalische Einstudierung: Stephanie Hacker

Glücksritter auf Sinnsuche - "Die unendliche Geschichte" als effektvolles Spektakel im Theater der Jugend

Bücherlesen ist mitunter gefährlich. Bestes Beispiel für die Abenteuer, in die Vielleser geraten können, ist wohl Michael Endes Kinderbuchklassiker "Die unendliche Geschichte". Der Fantasy-Roman, 1979 veröffentlicht, ist nun in zwei Teilen im Theater der Jugend herausgekommen. Teil eins der Adaption von Bastian Balthasar Buxens Irrfahrten feierte im Herbst Premiere. Der zweite Teil - "Die Schlacht um den Elfenbeinturm" - ist derzeit im Renaissancetheater zu sehen.
Der Büchernarr Bastian (konzentriert: Stefan Rosenthal) erhält nach der Rettung Phantásiens den Auftrag, die Fantasiewelt nach seinen Wünschen neu zu gestalten. Durch diese Allmacht schlittert der Protagonist in eine veritable Krise. Die Erschaffung von Phantásien ist demnach eine Reise zu seinem wahren Selbst.
Durch die komplexe und episodenreiche Handlung führt Regisseur Henry Mason mit einem Feuerwerk an effektvollen Regieeinfällen. Es ist eine opulente Inszenierung mit gelungenen Musikeinlagen, dramatischen Kampfszenen, eleganter Choreografie, überzeugendem Puppenspiel - der Glücksdrache Fuchur sieht aus wie ein Drache aus chinesischen Straßenumzügen - und üppigen Kostümen, die an Fantasy-Verfilmungen wie "Der Herr der Ringe" erinnern.

Wiener Zeitung, 22.05.2014

Wieder einmal möchte ich mich melden und mich für die großartige Vorstellung gestern der "Unendlichen Geschichte 2" bedanken. Diesmal war es [mein Sohn], der mir das aufgetragen hat, weil er so über alle Maßen fasziniert und gefesselt war von euch allen! Und das sagt einer, der eigentlich nur an Fußball und PC-Spielen interessiert ist und kaum jemals ein Buch in die Hand nimmt. Ihr schafft es mit eurem Engagement und dieser besondern Form der Liebe zu dem, was ihr tut, und wie ihr es tut, das Publikum nicht nur zu begeistern, sondern auch in dieser Liebe baden zu lassen. Bei Viktor hat es transformierend gewirkt. Nicht nur dass er Theater mag, will er jetzt gerne wieder ein Buch lesen. Wenn das kein Erfolg ist?

Publikumsstimme, 18.5.2014

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Stefan Rosenthal (Bastian Balthasar Bux), Rafael Schuchter (Graógramán) © Rita Newman

2013

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DIE UNENDLICHE GESCHICHTE

Teil I: Phantásien in Not

von Henry Mason
nach dem Roman von Michael Ende

Bühne und Kostüme: Jan Meier

Figurenbau und -training: Rebekah Wild

Musik: Thomas Zaufke

Ton: Franz Flieger Stögner

Bewegungscoach: Lorna Dawson

Lichtdesign: Christian Holemy

Vollendete Liebeserklärung an die Fantasie, das Lesen und das Theater
So sieht ein Saisonauftakt nach Maß aus: Mit Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ hat das Theater der Jugend im Wiener Renaissancetheater einen vollen Erfolg gelandet. Und das hat mehrere Gründe.
Da wäre zunächst die großartige Bühnenfassung von Henry Mason, der diesen ersten Teil („Phantásien in Not“) auch wunderbar leicht und spielerisch in Szene gesetzt hat. Mason hält sich an Buch und Film, bringt aber viele eigenständige Ideen ein. Und der Regisseur verzichtet darauf, seine Schauspieler in allerlei Fantasie-Kostüme zu stecken, hantiert stattdessen überaus gekonnt mit einzelnen Kostüm- und Requisitenversatzstücken.
Immer ist klar: Hier wird Theater gespielt. Ein Sonderlob gebührt den Figuren-Designern, die Phántasien und seine Bewohner wunderbar zum Leben erweckt haben. Also darf der Schüler Bastian mit Atréju und dem Glücksdrachen Fuchur im idealen Ambiente (Ausstattung: Jan Meier) gegen das die Fantasie auffressende Nichts antreten.
Das exzellente Ensemble (u.a. Stefan Rosenthal, Benjamin Levent Krause, Barbara Spitz, Nora Dirisamer, Tanja Raunig, Uwe Achilles) macht Lust auf mehr. Im Mai folgt Teil 2. Gut so!

Kurier, 10.10.2013

Das Theater der Jugend zeigt den ersten Teil der „Unendlichen Geschichte“ in der Fassung und Regie von Henry Mason; Ausstattung: Jan Meier. [...] Der wunderbare Text des deutschen Erfolgsautors wird da klug, mit Feingefühl, ja berührend umgesetzt. Eine Geschichte, die Kinder in eine irreale Welt entführt und ihnen Glücksgefühle beschert. [...] Gnome, Nixen, Goldsphinxen: Die Phantasie von Regisseur und Ausstatter sind keine Grenzen gesetzt.

Kronen Zeitung, 10.10.2013

"Die unendliche Geschichte" ist ziemlich lang. Auch im Theater der Jugend, wo gestern, Dienstag, die Bühnenfassung von Regisseur Henry Mason Premiere feierte. Michael Endes epische Hommage an die Fantasie hielt aber auch das junge Renaissancetheater-Publikum (ab sechs Jahren) durchgehend bei der Stange: Mit liebevoller Requisite, deren Grenzen zum quirligen Ensemble fließend sind, gelingt das Kunststück, den Zauber des zeitlosen Kinderbuchs auch jenseits des Werks zu vermitteln.

Das Buch steht natürlich trotzdem im Zentrum. Schließlich ist Bastian Balthasar Bux (von Stefan Rosenthal berührend gespielt) ein so begeisterter Leser, dass er sich mit dem soeben aus dem Antiquariat gestohlenen Band am Dachboden seiner Schule und auf einem Stapel Turnmatten verschanzt, um sich ganz in die Geschichte vertiefen zu können. "Phantásien in Not" liest er über dem ersten Kapitel, und so nennt sich auch "Teil eins" des Fortsetzungstheaters - die Premiere des zweiten Teils folgt im Mai. Das bedrohte Fantasie-Reich mit seiner kindlichen Kaiserin, dem Helden Atreju, den Bewohnern Blubb und Urgl, Ückück und Gmork, dem Glücksdrachen Fuchur, der "uralten Morla" oder dem Insektenschwarm "Ygramul die viele" wird schon bald inmitten des Dachbodens lebendig.

Ähnlich wie Ygramul funktioniert dabei das ganze Ensemble: Wie ein einziger,vielgliedriger Körper wandeln sich die Darsteller blitzschnell, jeder mit diversen mobilen Requisiten bewaffnet, von der Schulklasse zu Puppenspielern, von bunten Fantasiewesen zu schwarzgewandeten Bühnengehilfen. Getreu der Botschaft des Buches, dass alles möglich ist, was wir uns vorzustellen vermögen, werden auch die Regeln der Bühnendramaturgie im Handumdrehen ausgelotet, überschritten und neu geschrieben. Jeder kann alles sein, sofort, wenn es sein muss. Atreju wird kurz mal zur Holzpuppe, wenn er auf Fuchur durch die Luft schwebt und landet, als er abstürzt, sogleich wieder als ganzer Mensch (energisch: Benjamin Levent Krause) auf dem Boden.

Obwohl diese "unendliche Geschichte" sich immer wieder stark an die kultige Verfilmung aus den 80er-Jahren anlehnt, ist sie letztlich doch eine auch für kleine Kinder unmissverständliche Liebeserklärung an das Buch und an das Lesen. Sie führt spielerisch vor Augen, dass die Tür zum riesigen Reich der eigenen Vorstellungskraft, zum grenzenlosen Phantasien, auch dann noch einen Spalt weit offensteht, wenn Konsumdruck, Leistungswahn, Langeweile oder eben das "Nichts" sich in unserem Alltag bereits ausgebreitet haben. Dieser Fingerzeig ins Innere dürfte auch mancher erwachsenen Begleitperson nicht schaden.

apa, 9.10.2013

Höchst gelungener Auftakt der neuen Saison des Theaters der Jugend (Wien) mit Teil 1 von Michael Endes "Unendlicher Geschichte".
Michael Endes „Unendliche Geschichte“ in einem anderen Medium als Buch zu bearbeiten ist eine (fast) unendliche Herausforderung. Immerhin lebt doch die fantasievolle Geschichte mit fantastischen Figuren, Wesen und Szenen, die selbst wieder ein Plädoyer für Fantasie sind, davon, dass sich jede und jeder beim Lesen eigene Bilder im Kopf schafft, die eigene Fantasie vielleicht beflügelt.
Und doch gibt es Verfilmungen, Theater- und Musicalversionen. Nicht immer sehr gelungene. Das Theater der Jugend in Wien eröffnet die diesjährige Saison mit „Phantásien in Not“ und wird das Spieljahr im Mai und Juni mit der „Schlacht um den Elfenbeinturm“ als Teil zwei der Unendlichen Geschichte ausklingen lassen.
Und mit Teil 1 ist dem Ensemble auf der Bühne im Bündnis mit dem Team hinter den Kulissen gelungen, was nicht so leicht ist: Trotz vieler AkteurInnen, vieler Schauplatzwechsel, vieler riesiger bis fast winzigkleiner Figuren, trotz Einsatz eines beträchtlichen Teils der großen Maschinerie, die das Renaissancetheater hergibt, bleibt viel Raum für weiterspinnende Bilder im Kopf jedes einzelnen Zuschauers und jeder einzelnen Zuschauerin – ob 6 Jahre jung (ab diesem Alter ist das Stück geeignet, da sind auch die fast zweieinhalb Stunden – mit einer Pause - nie zu lang) oder gut zehn Mal so alt.

KInderKurier, 8.10.2013

Heute haben mein Sohn und ich und die "Unendliche Geschichte" angesehen und waren so unendlich begeistert wie schon lange nicht mehr von einem Theaterstück. Alles war phantastisch! Mir sind vor lauter Rührung zum Schluss nur mehr die Tränen heruntergeronnen, so schön waren die Inszenierung, die Musik und die wirklich unendlich engagierten, großartigen Schauspieler. Sowohl Kostüme als auch die Lieder haben mein Herz sehr berührt. Ein wunderbares Erlebnis.

Publikumsstimme, 14.10.2013

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Stefan Rosenthal (Bastian Balthasar Bux), Benjamin Levent Krause (Atréju) © Rita Newman
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EIN SOMMERNACHTSTRAUM

von William Shakespeare
mit der Schauspielmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, op. 61
in der Übersetzung und Fassung von Henry Mason

Musikalische Leitung: Ivor Bolton

Es spielt das Mozarteum Orchester

Bühne und Kostüme: Jan Meier

Choreographie: Francesc Abós

Zauberhafter "Sommernachtstraum" in Salzburg: Shakespeare und Mendelssohn in selten lauer Sommernacht

Ja, dieser Puck. Treibt uns vor sich her, führt uns in die Irre, panscht mit den Säften der Liebe, hat seine boshafte Freude am Durcheinander der Gefühle und kriegt es am Ende doch irgendwie hin. William Shakespeares Frühwerk "Ein Sommernachtstraum" ist die wohl pointierteste und zugleich unterhaltsamste Parabel auf menschliche Unzulänglichkeiten, vor allem in Liebesangelegenheiten. Das Premierenpublikum der Salzburger Festspiele war entzückt und ließ sich Samstagnacht verzaubern. Jubel für alle nach diesem Fest für Theater und Musik im Hof der Residenz.
Die Luft war in Salzburg an diesem Abend selten lau und schwanger. Genau wie "Hippolyta" die Königin der Amazonen. Sie wird ihren Theseus heiraten, aber der muss sich um seine Amtsgeschäfte kümmern und die störrische "Hermia" zur Heirats-Raison bringen. Wirklich entschieden wird das Geschick von uns Sterblichen aber von den Elfen und Zwischenwesen.
Regisseur Henry Mason hat den Salzburger "Sommernachtstraum" mit der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy nicht nur inszeniert, sondern auch neu übersetzt. Und zwar frei, frech und modern. Nicht ohne den einen oder anderen flapsigen, modisch-witzigen Einwurf, der nicht ewig brauchbar sein wird. Aber gestern Nacht lief alles rund und amüsant wie sommerliches Freilufttheater nur sein kann.
Mason und sein Bühnenbildner Jan Meier haben das Mozarteum Orchester auf eine Tribüne hoch über die eigentliche Bühne gesetzt. Damit gewinnen die beiden an Tiefe, die der Residenzhof eigentlich nicht hat. Nur dort, im undurchsichtigen Wald, ist der richtige Platz für die Ränkespiele der Halbwesen und die Verwirrungen der Liebe, die in ihrem Wahnwitz schmerzhaft ans Herz gehen.
Spielerisch leicht verbindet der Regisseur die moderne, gegenwärtige Spielebene der fürstlichen Hochzeit mit dem antiken Treiben der Geister und der ohnehin zeitlosen Tollpatschigkeit aller Verliebten. Da versagt auch das satellitengestützte Navigationssystem kläglich und ist so sympathisch-lächerlich wie der Mond aus LED-Lampen um den Hals von Laienschauspieler "Robbie Schlucker". Nichts bockt und wehrt sich in dieser Inszenierung, in der sogar die Liaison von Esel und Elfenkönigin "Titania" tolerant und gnädig stimmt - warum denn nicht? Aber Shakespeares "Puck" und Meister "Oberon" haben andere Pläne, und träumen wird man wohl noch dürfen...
Mendelssohns Schauspielmusik nimmt 45 der 160 Spielminuten für sich. Mason hat die Musik mit seinem Spiel überlagert, Texte darübergelegt und ihr trotzdem kein Haar gekrümmt. Wir sind nicht in der Oper, Gott sei Dank. So darf ein frecher Elb dem Dirigenten den Stab entreißen und linkisch selbst dirigieren. Spaßettl und Verspieltheiten wie diese aber dienen dem Stück, zaubern Atmosphäre und formen sich am Ende zu einem entzückenden Ganzen. Nur eines will man vermeiden in diesem Sommernachtstraum: All zu schnell wieder aufwachen.
An Schauspielern haben die Festspiele Freelancer aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zusammengetrommelt und daraus ein durch die Bank sehr gutes Ensemble geformt, das durch zwei Tänzer, zwei Gesangssolistinnen und ein Vokalensemble seriös und auf hohem Niveau ergänzt wird. Explizit zu nennen sind Michael Rotschopf (Theseus/Oberon), Karoline Eichhorn (Hippolyta/Titania), Markus Meyer (Puck) und die "verwirrt Verliebten" Tanja Raunig, Daniel Jeroma, Claudius von Stolzmann und Eva Maria Sommersberg. Dazu natürlich die "Handwerker" Raphael Clamer, Christian Graf, Barbara Spitz, Mathias Schlung, Reinhold Moritz und Paul Herwig (Esel/Zettel), dessen theatralischer Selbstmord auf der Bühne selten witzig über die Rampe kommt.
Ivor Bolton und sein Mozarteum Orchester geben einen wunderbar luftigen Mendelssohn inklusive den Welthit "Hochzeitsmarsch" und tragen das Ihre bei zu einem Sommertheater, das mit einem einzigen Wort am allerbesten beschrieben ist - zauberhaft.

apa, 5.8.2013

Dieser Salzburger Sommernachtstraum könnte auch einem Drogenrausch auf einer Designer-Party in einem Londoner Penthouse entsprungen sein. Denn sie sind alle sehr hip, cool und schick, die sich da beim britischen Regisseur Henry Mason in Liebeswirren verfangen.
Hippolyta macht in Wellnesskleidung Schwangeren-Yoga, Hermia verfolgt mit Schnürschuhen, Hornbrille und Oversize-Blazer ihren Liebsten und Puck wirkt im engen Blumenmuster-Anzug zeitweise wie das Abziehbild eines schwulen In-Designers. Auch die Sprache ist sehr modern, der Regisseur hat Shakespeares Stück selbst ins Deutsche übersetzt.
Das Publikum der Open-Air-Premiere im Salzburger Residenzhof war vom leichten und kurzweilig-modernen Musiktheater begeistert: Nach der rund dreistündigen Vorstellung bei tropischen Temperaturen gab es langanhaltenden Applaus und begeisterte Bravo-Rufe für Schauspiel, Regie und das Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.
Überzeugend hat Mason die Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy in die Komödie integriert: In allen Musik-Sequenzen lässt er die Schauspieler die Handlung weiter spielen. So beherrschen beispielsweise zu Beginn hektische Hochzeitsvorbereitungen die für Renovierungsarbeiten abgeklebte Bühne: Caterer, Techniker, Floristen und Putzpersonal kommen und gehen. Dazwischen soll sich die schwangere Hippolyta, die aber mehr an ihren Yoga-Übungen interessiert ist, ein Kleid aussuchen. Theseus ist im Morgenrock ganz genervt-wichtiger Manager. Dann stellen alle Darsteller mit teils akrobatischen Verrenkungen „Ein Sommernachtstraum“ als menschliche Buchstaben dar und die Handlung beginnt.
Jan Meier hat auf die Bühne ein grünes Metallgerüst gebaut, auf dem oben das Orchester auf einer Galerie über dem Geschehen thront. Nach Entfernung der Renovierungsplanen ist der Blick frei auf den mit Birkenstämmen angedeuteten Wald: Hier herrschen freakig-freche Feen unsicheren Geschlechts, mit zerrissenen Netzstrumpfhosen und derben Stiefeln ganz im Punk- oder Gothicstil. Markus Meyer zeigt einen in jeder Hinsicht stets einsatzbereiten, frechen und differenzierten Puck mit allerlei Akrobatik-Einlagen. [...]
Die ihr Stück probenden Handwerker - bei Mason vom Caterer über die Brautmodenverkäuferin zum Veranstaltungstechniker allesamt von den Hochzeitsvorbereitungen - überzeugen durchweg in ihrer Komik. Am Ende darf die erste Zuschauerreihe Konfetti auf die Hochzeitsgesellschaft werfen und die Elfen tragen Lichtkugeln ins Publikum: Ein stimmiger, wenn auch sehr cooler Sommernachtstraum mitten in der österreichischen Hitze-Welle.

dpa, 5.8.2013

Ein überbordendes Spektakel um Liebe und Lust: Shakespeare und Felix Mendelsohn Bartholdy in der bejubelten Regie von Henry Mason bei den Salzburger Festspielen
Dazu gehört wohl Chuzpe: Im Programmheft zu Ein Sommernachtstraum wird die Dauer mit "ca. 2 1/2 Stunden" angegeben; geworden sind es deren drei - ohne Pause wohlgemerkt. Aber das grandiose Spektakel im Residenzhof ließ niemanden ein Bedürfnis verspüren: Regisseur Henry Mason und Ausstatter Jan Meier verstanden es, mit schier unerschöpflichem Ideenreichtum in ihren Bann zu ziehen.
Sven-Eric Bechtolf, Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, wollte erneut ein "Gesamtkunstwerk" - im Sinn von Max Reinhardt - realisiert wissen. Das Unterfangen, Shakespeares Sommernachtstraum samt der Schauspielmusik von Felix Mendelsohn Bartholdy zu bringen, glückte noch weit mehr als Bechtolfs Verzahnung von Molières Der Bürger als Edelmann mit Ariadne auf Naxos im Vorjahr. Nicht die Musik untermalte das Geschehen, Mason illustrierte die Musik - und zwar jede einzelne Sekunde.
Schon während der Ouvertüre macht Puck, angelockt von der Musik, jede Menge Schabernack. Er entreißt Ivor Bolton, dem Dirigenten, den Stab, fuchtelt herum, doch das Mozarteumorchester spielt weiter. Es sitzt nicht in einem Graben, sondern ist Bestandteil der Bühnenarchitektur, einem Gerüst mit mehreren Ebenen, das eigens für das anstehende Hochzeitsfest des Herzogs mit Hippolyta, der Königin der Amazonen, errichtet worden zu sein scheint: Zu Beginn wird noch eifrig lackiert und geputzt.
Ja, vor dieser "Royal Wedding" herrscht Hochbetrieb im Palast des Theseus. Michael Rotschopf ist genervt, da er Entscheidungen zu treffen hat. Und gar nicht goutiert er, dass seine widerspenstige Braut Yoga- und Fechtübungen macht. Schließlich ist sie schwanger. Dass Karoline Eichhorn als Hippolyta keinen Wert auf Konventionen legt, macht sie sofort klar: Mit dem Degen mustert sie die Brautkleider. Keines kommt infrage. Sonderbarerweise wird sie am Ende in Weiß heiraten. Aber zumindest im Hosenanzug.
Involviert in das hektische Treiben sind in dieser wirklich witzigen Version, die keine Neudeutung versucht, auch die Handwerker: Henry Mason machte aus Zettel, dem Weber, einen Bodenleger, aus Schlucker, dem Schneider, einen Veranstaltungstechniker und aus Schnock, dem Schreiner, einen Koch. In der sanft modernisierten, gekürzten Version - Mason gelang mit heutigem Vokabular eine stimmige Übersetzung - ist auch eine Frau mit von der Partie: die Brautmodenverkäuferin.
Adjustiert für eine Wanderung und geleitet von Google Earth zieht die Truppe, die bei der Hochzeit ein Stück aufzuführen gedenkt, in den Athener Wald. Dorthin, in das Reich von Oberon und Titania, verschlägt es auch die vier jungen Leute mit ihren Liebesproblemen. Hermia, die Tussi (Tanja Raunig), lässt Lysander, den kleinen Intellektuellen (Daniel Jeroma), jede Menge Koffer schleppen. Hinterher hasten Demetrius im saloppen Anzug (Claudius von Stolzmann) und die zunächst verschmähte Helena (Eva Maria Sommersberg), die sich von der Brillenschlange in ein Model im Glitzerkleid verwandeln wird.
Im Wald herrschen andere Gesetze, andere Dimensionen. Die Sänfte der Titania besteht z. B. aus einer aufgerollten, angerosteten Sardinendose. Rotschopf ist als Oberon zwar ziemlich eifersüchtig auf das Menschenbaby, das Titania stahl, aber auch in dieser Traumwelt ein Herrscher mit Herz. Er wird es nicht leicht haben mit der kahlgeschorenen Elfenkönigin. Sanft ist Eichhorn nur illuminiert gegenüber dem zum Esel verwandelten Zettel.
Ob der zahlreichen amüsanten Regieeinfälle und der unglaublichen Ausstattungsdetails gehen die Leistungen der einzelnen Akteure und dem Chor beinahe unter. Die Laienspieltruppe (u. a. mit Raphael Clamer, Paul Herwig und Reinhold G. Moritz) vermag mit Tollpatschigkeit zu unterhalten. Das Fest gelingt, Bolton dirigiert den bekannten Hochzeitsmarsch gleich zweimal. Die unbezähmbare Hippolyta wirft Zettel einen fragenden Blick zu: Kennen wir uns nicht von wo?
Einer aber dominiert den ganzen Abend lang: Markus Meyer als Puck. Er kann drollig sein, wie es sich gehört, schillernd, heiter, mitreißend. Mitunter aber ist er auch ein grenzgefährlicher, sexbesessener Psychopath, der so tut, als sei er vom Teufel besessen. Eine Wahnsinnsnummer, eifrig bejubelt.

Der Standard, 5.8.2013

Regisseur Henry Mason inszeniert einen sommerlich leichten, aber niemals lauen „Sommernachtstraum“: Klassisches Sommertheater, allerdings auf höchstem Niveau.
In Shakespeares genialer Komödie begeben sich vier junge Menschen und mit ihnen die Zuschauer ins Land des Unbewussten, in den klassischen Wald der Märchen, wo Geister sie mit ihren Wünschen und Ängsten konfrontieren und die Grenze zwischen Traum und Realität nicht mehr auszumachen ist.
Eine Nacht lang ist nichts unmöglich, auch nicht, dass eine Elfenkönigin einen zum Esel mutierten Handwerker liebt, bis am Ende die Ordnung in Form einer Dreifachhochzeit wiederhergestellt wird. Doch, wer weiß, vielleicht träumen wir ja auch diese Ordnung nur?
Henry Mason hat Shakespeares Text neu übersetzt, seine Fassung hat Charme und Witz, entgeht aber manchmal der Kalauer-Gefahr nur knapp.
Seine Inszenierung betont das Zauberhafte des Textes und ignoriert seine Bedrohlichkeit weitgehend, was man bedauern kann, aber nicht muss. Dazu fallen ihm allerliebste Bilder ein – etwa das Schaumbad von Elfenkönigin und Esel, bei dem die Elfen mit überdimensionalen Strohröhren für das richtige Blubbern sorgen.
Das Abgründige, Erotische der Träume wird in sehr schönen Tanz-Sequenzen (Choreografie: Francesc Abós) angedeutet: Personen gehen, wie im Traum üblich, ineinander über, Identitäten verschwimmen.
Das zusammengewürfelte Ensemble schlägt sich sehr gut. Markus Meyer ist als boshafter Elf Puck der perfekte Spielleiter. Er spielt diese berühmte Rolle virtuos, wie einen kleinen Hund, der ständig Unsinn anstellt, dem man aber nicht böse sein kann, wenn er treuherzig den Kopf schief legt.
Michael Rotschopf (Theseus/Oberon) und Karoline Eichhorn (Hippolyta/Titania) sind als Menschen-/Elfenpaar großartig, sehr abgründig und vielgesichtig. Tanja Raunig (Hermia), Eva Maria Sommersberg (Helena), Daniel Jeroma (Lysander) und Claudius von Stolzmann (Demetrius) spielen die vier jungen Menschen in Liebeswirren exakt so, wie man es erwartet.
Herrlich gelingen die Rüpelszenen, die Handwerker Paul Herwig (Zettel), Raphael Clamer (Peter Squenz), Christian Graf (Flaut), Barbara Spitz (Schnauz), Mathias Schlung (Schnock) und Reinhold G. Moritz (Schlucker) legen bei der Theater-im-Theater-Szene zum Schluss derart entfesselten Slapstick hin, dass man schon sehr abgebrüht sein müsste, um sich da nicht die Schenkel blau zu klopfen.
Das Besondere dieser Inszenierung ist, dass sie Shakespeares Text mit der gut 250 Jahre später dazu komponierten „Bühnenmusik“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zusammenführt. Diese ist krass romantisch, bietet eine schwelgerische Ouvertüre sowie einen echten Hit (den berühmten „Hochzeitsmarsch“), bremst aber stellenweise die Handlung mehr, als sie sie vorantreibt. Ivor Bolton und das Mozarteumorchester Salzburg musizieren sommerlich-genießerisch. Glänzen kann das Vocalensemble. Stark: Die Solisten Chiara Skerath und Sophie Rennert (Gesang) sowie Joaquin Fernández und Luke Giacomin (Tanz).
Jubel und viele Bravos.

Kurier, 5.8.2013

Shakespeares „Sommernachtstraum“, inszeniert von Henry Mason, mit Mendelssohns kompletter Schauspielmusik, dirigiert von Ivor Bolton – eine traumhafte Aufführung der Salzburger Festspiele ist jetzt auf DVD erschienen.

Eine Aufführung des Gesamtkunstwerks [ist] fast zwangsläufig [ein] Unternehmen, das sich nur große und potente Festivals leisten können. So wie 2013 die Salzburger Festspiele, die dem Werk in warmen Sommernächten im Residenzhof eine spektakuläre Bühne für Wort, Spiel und Musik bereiteten. Auf der aktuell erschienenen DVD-Aufzeichnung kann man miterleben, dass Mendelssohns Musik nicht nur von außen herangetönter Kommentar zu den Verwirrungen im elfen- und feen-durchschwirrten Wald bei Athen ist, sondern ein integraler Bestandteil des Spiels [...]

Das zeigt sich schon im Bühnenbild, das das Orchester (das Mozarteum-Orchester unter seinem Chefdirigenten Ivor Bolton) in der ersten Etage über der Bühnenfläche platziert, gut sichtbar, immer wieder in wechselnde Lichtstimmungen getaucht und manchmal auch munter ins Geschehen einbezogen, wenn plötzlich Puck mit Bolton um den Dirigentenstab rangelt und damit wild gestikuliert.

Das Verhältnis zwischen Musik und Spiel bietet in dieser Aufführung keine eindeutige Hierarchie, Masons Bilder und Regieeinfälle arbeiten der Musik ebenso zu wie sie dem Bühnengeschehen. Sie ist mehr als nur beiläufig-gefällige Untermalung des Spiels, sie ist seine gleichberechtigte Partnerin – auch wenn der Text in den knapp drei Stunden natürlich ein längenmäßiges Übergewicht hat gegenüber den 45 Minuten Musik. Doch die Musik bremst nicht, die Handlung auf der Bühne läuft durchgängig zur Musik weiter, so entsteht fast das Gefühl, eine gesprochene Oper zu erleben.

Gleich in der Ouvertüre, die Mendelssohn im Alter von 17 Jahren schrieb, erzählt Mason zur Musik ebenso viele kleine Handlungsbausteinchen aus dem Vorfeld der Athen Fürstenhochzeit, wie die Musik einmal im Schnelldurchgang durch alle Dimensionen des folgenden „Sommernachtstraums“ führt. Wobei Bolton da keineswegs nur flimmernden Sternstaub, Elfenkichern und süßliche Romantik ins Traumland hinabglitzern lässt – er malt vor allem auch die irrlichternden, düsteren, dunklen Stellen aus, in denen von untergründigen Ängsten, von Sehnsüchten und abgründigen Leidenschaften die musikalische Rede ist. [...] Boltons Kunst ist es, das durchweg mit leichter Hand zu tun – es ist in seiner Version immer Märchen und Traum und kein Drama.

Nicht genug loben kann man kann man Henry Mason neue Textfassung, die frei und frech, dabei mit großen Respekt die zu Ikonen gewordenen Verse von Schlegel/Tieck behutsam modernisiert, und ihren und Shakespeares Sprachwitz dezent ins Heute transportiert – eine große und großartig gelungene Arbeit. Genau wie seine quirlige, leichtgängige Regie mit einem jungen Ensemble. Mason beherrscht den Elfenspuk ebenso wie die feine Karikatur des Yuppie-Hofs von Theseus und Hippolyta, lässt beim Streit zwischen Oberon und Titania gewaltig die Fetzen fliegen und Puck wunderbar anarchisch herumchaotisieren.

Das ist Salzburger Sommertheater vom allerfeinsten. Ein Glück, dass es auf DVD dokumentiert wurde und erhalten bleibt.

www.kultur-port.de, 21.8.2014

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Tanja Raunig (Hermia), Daniel Jeroma (Lysander) © Klaus Huemer
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DAS DSCHUNGELBUCH

von Stuart Patterson nach Rudyard Kipling

Bühne: Michaela Mandel

Kostüme: Anna Katharina Jaritz

 

Es gelingt Regisseur Henry Mason in einer bemerkenswerten Inszenierung, die Geschichte weder kindlich noch kindisch, weder billig noch albern auf die Bühne zu stellen, sondern mit größter Selbstverständlichkeit. Die Mensch-Tier-Fabel wird zur klassischen Erzählung über eine „Entwicklung“ und über Erkenntnis des eigenen Ichs und Selbst.
Bestechend die Logistik der Produktion – fünf schräge Ebenen, die mit minimalen Details und Lichteffekten in die jeweiligen Schauplätze zu verwandeln sind (Michaela Mandel): Es wirkt so selbstverständlich, aber man muss es herstellen und dann nahtlos bespielen können. [...]
Es ist wirklich wunderhübsch, wie diese Tiere in Kostüm und Maske (Anna Katharina Jaritz) ohne Übertreibung und doch unverkennbar charakterisiert werden, ganz abgesehen davon, dass jeder Schauspieler ihnen äußeres Profil und gewissermaßen Seele und Wesen gibt.
In der auf Präzision, exakte Pointen und liebevoll charakterisierende Details ausgerichteten Inszenierung gibt es unter den Darstellern keinen schwachen Punkt. [...]
„Das Dschungelbuch“ darf das Theater der Jugend unter seine besonders gelungenen Produktionen reihen.

www.der-neue-merker.eu, 15.02.2013

Wo g'hör i hin, wo bin i z'Haus? Wunderbare, vielschichtige „Dschungelbuch“-Version im Wiener Theater der Jugend [...]
Im Gegensatz zu so manch anderen „Dschungelbuch“-Versionen nimmt hier die Rückkehr von Mowgli ins Dorf eine größere Rolle ein. Die Anfeindungen des fremden Wesens vor allem durch die Männer des Dorfes treiben ihn - vorübergehend (?) - zurück in den Urwald zu seinen Gefährten. Aber ist er dort wirklich zu Hause? Wo gehört er hin? Somit ist hier zwei Stunden lang – oder viel mehr kurz - eine fantasievoll gespielte und doch sehr lebensnahe und aktuelle Version des Klassikers zu erleben.

Kurier, 16.2.2013

Pure Unterhaltung, gespickt mit viel Lebensweisheiten, beschert das Theater der Jugend mit Stuart Patersons Version von Ruyard Kiplings Klassiker „Dschungelbuch“. Spannend, witzig, perfekt gemacht!
Mowglis Abenteuer mit seinen tierischen Freunden (und Feinden), seine Angst vor dem Tiger Shere Khan, seine Suche nach Platz für sich zwischen zwei Welten, zwischen animalischer Freiheit und menschlicher Perfidie im Dorf seiner Mutter, wurde von Henry Mason perfekt, packend, temporeich, sportlich fordernd, auch mit Subtilität inszeniert. [...]
In schönstes Urwaldlicht ist das alles getaucht, in archaischen Chören vereinen sich darin die Guten, die Zeit vergeht wie im Flug: eine Freude für Klein und Groß!

Neue Kronen Zeitung, 16.2.2013

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Christian Graf (Bagheera) © Rita Newman

2012

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STARSEEKER

von Phil Porter nach dem Roman von Tim Bowler

Bühne: Vinzenz Gertler

Kostüme: Jessica Karge

Musik: Franz Flieger Stögner

Im Theater im Zentrum verblüfft zunächst das attraktive Bühnenbild von Vinzenz Karl Gertler: ein riesiges verschiebbares Bullaugenfenster, das viele Schauplätze zeigt. Henry Mason hat sehr spannend inszeniert, das junge Ensemble erfüllt bestens seine Aufgabe. Begeisterung beim jungen wie älteren Publikum: eine gelungene Produktion des Theaters der Jugend.

Neue Kronen Zeitung, 26.10.2012

Der britische Jugendbuch-Autor Tim Bowler, Jahrgang 1953, gilt als "master of the psychological thriller". Thriller-Qualität ist auch seinem Roman "Starseeker" (2002) gewiss nicht abzusprechen. Doch dieser zweistündige Theaterabend hat noch mehr zu bieten als eine vom ersten bis zum letzten Moment spannende, aktionsreiche Handlung, in deren Verlauf der 14-jährige Protagonist in eine Kindesentführung involviert wird und schließlich sogar in Lebensgefahr gerät, ehe sich alles zum guten Ende wendet.
Die Geschichte wirkt nie überladen oder gekünstelt, sondern rollt in der Inszenierung von Henry Mason mit geradezu beschwingter Leichtigkeit ab. Und Vinzenz Karl Gertler verwirklicht mit ästhetisch perfekten Beleuchtungs- und Projektionseffekten den bruchlosen Wechsel der Spielorte.

Wiener Zeitung, 25.10.2012

Luke hört Stimmen in seinem Kopf. Klangfetzen. Fragen. Musik. Ab und zu das Weinen eines Kindes. Auch „das Singen des Firmaments“, wie er verblüfft feststellt. Doch was ist echt von diesen Eindrücken, was eingebildet? Was ist seine ganz persönliche Flucht aus der Wirklichkeit? – Luke verliert den Verstand, oder? Es ist die aufreibende Zeit der Pubertät, deren Zeuge die Zuschauer bei „Starseeker“ werden. Der Suche nach dem eigenen Wesen, zu sich selbst. Henry Mason inszeniert das Stück des Briten Tim Bowler im Theater im Zentrum voll Poesie.

Kurier, 24.10.2012

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Jürgen Heigl (Luke) © Rita Newman
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DAS WINTERMÄRCHEN

von William Shakespeare
Übersetzung und Fassung von Henry Mason

Bühne und Licht: Franz Flieger Stögner

Kostüm: Anna Katharina Jaritz

 

Das Produktionsteam gewann für diese Produktion den oö. Bühnenkunstpreis 2012.

 

 

Ohne Vorwarnung erkrankt König Leontes an Eifersucht auf seine Frau und seinen besten Freund. In wachsender Paranoia verhaftet er die eine, jagt dem anderen einen Mörder an den Hals und setzt sein neugeborenes Kind in der Wildnis aus. Als er erkennt, dass sein Verdacht grundlos war, packt Leontes die Reue – anscheinend zu spät. Aber die ausgesetzte Tochter, Perdita, hat überlebt. Und sechszehn Jahre später begegnet sie auf einem Schäferfest dem Sohn des Polixenes und verliebt sich - ohne zu wissen, wer er ist.

 

Henry Mason erzählt mit einem hochkarätigen Ensemble Shakespeares Familienmärchen über Schuld und zweite Chancen hautnah und sinnlich in der Arena der alten Textilfärberei der Kulturfabrik Helfenberg.

Grandiose Mason-Inszenierung in Helfenbergs Theaterfabrik: „Das Wintermärchen“ als Schauspielhit mitten im Sommer. Regisseur Henry Mason bedient mit seinem fabelhaften Ensemble geschickt sämtliche Register von der Königstragödie bis hin zur Schäferkomödie. Ich möchte keine Minute davon missen.

Neue Kronen Zeitung

Respekt, Frau Paulina! Die nimmt sich wahrlich kein Blatt vor den Mund und verpasst sogar dem König heftige Verbalwatschen, dass auch der Herrscher Siziliens höchstselbst nicht mehr weiß, wie ihm geschieht. Und recht geschieht ihm! Diesem Sturschädel Leontes, der seine schwangere Frau und seinen besten Freund, den König Böhmens, der Untreue bezichtigt. Der Bazillus Eifersucht frisst sich wie eine Geisteskrankheit in sein Gehirn, er lässt die Ehefrau in den Kerker werfen, will den vermeintlichen Widersacher ermorden lassen und überlässt das gemeinsame Kind in der Wildnis seinem Schicksal. Das ist der Inhalt des ersten Teils von „Das Wintermärchen“, in dem Shakespeare zwei sehr unterschiedliche Teile zu einem Stück vereint. Der erste Teil einer griechischen Tragödie gleich, der zweite Teil 16 Jahre später mit der fröhlichen Lockerheit eines Sommernachtstraumes samt wagemutig konstruiertem Happy-End.

Im Theater in der Kulturfabrik Helfenberg wird seit 2007 Sommertheater gezeigt, der Begriff aber greift zu kurz: Das ist großes, anspruchsvolles Theater. Henry Mason hat das Stück übersetzt, in aktueller, aber nie sich einem flapsigen Zeitgeist-Kauderwelsch anbiedernder, humorvoller Sprache. Ebenso ist seine Inszenierung. Er führt die Figuren genau und umsichtig auf dem kahlen Spieltablett, um das die Zuschauer angeordnet sind, fügt der inszenatorischen Präzision eine Fülle an kleinen und feinen Regieeinfällen zu. Er hat ein tolles Ensemble zusammengestellt [...] Am Ende nehmen rund 30 Leute auf der Bühne den heftigen Applaus des Premierenpublikums entgegen.

Oberösterreichische Nachrichten

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Das „Wintermärchen“-Ensemble © Klaus Huemer
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ALICE IM WUNDERLAND

Musical von Henry Mason und Thomas Zaufke
nach den "Alice"-Romanen von Lewis Carroll

Bühne und Kostüme: Jan Meier

Musikalische Leitung: Stefanie Hacker

Choreographe: Jerôme Knols 

Wenn das Theater der Jugend schlicht und einfach „Alice im Wunderland“ ankündigt, so hätte man manches erwartet – nicht aber, dass hier ein veritables Musical auf die Bühne gestellt wird, und das so souverän, dass man die Produktion unverändert in jedes echte „Musical“-Theater versetzen und damit reüssieren könnte.
„Alice“ wie sie leibt und lebt - und ein gelungenes Musical dazu! Das hat mit der geschickten Fassung zu tun, die vom Regisseur Henry Mason stammt, den flotten Liedtexten und vor allem mit der Musik von Thomas Zaufke, die weit mehr ist als nur die routinierte Rhythmik, die in diesem Genre meist geboten wird.
Mason ist Brite, das heißt, dass Lewis Carrolls „absurdes“ Kinderbuch von Alice, die vom weißen Kaninchen in ein abstruses Wunderland mitgenommen wird, ihm sozusagen heilig ist – und das, so wie sie ist. Das bedeutet, dass die Geschichte weder modernisiert noch verfremdet wird, denn sie ist in ihrer „Originalfassung“ spontan, frech, hinterfragend und heutig genug. [...] Und Mason stößt die jugendlichen Zuschauer nicht wie das Buch direkt ins Geschehen, sondern gibt dem Ganzen noch einen drolligen familiären Hintergrund, von dem aus Alice dann in die Traumwelt abdriftet, wobei er genaue Bezüge zwischen Wirklichkeit und Phantasie hergestellt hat.
Das jugendliche Publikum ist mit höchstem Verständnis und höchstem Vergnügen mitgegangen.

www.der-neue-merker.eu – 02.06.2012

Sag der Vernunft auf Wiedersehen! Lust am Fantasieren: "Alice im Wunderland" im Wiener Renaissancetheater überzeugt auf vielfacher Ebene.
Manchmal braucht es einen Ausflug in die Absurdität, um in der rationalen Welt wieder klar denken zu können. Das lebt die Protagonistin in Lewis Carrolls Alice-Romanen seit 1865 Kindern vor, die sich wie sie in der konformistischen Welt der Erwachsenen langweilen oder angesichts der unzähligen Benimmregeln verzweifeln.
Man würde meinen, der bekannte Stoff bedürfe keiner weiteren Kniffe, um auch auf der Musicalbühne zu überzeugen. Die Neuanordnung von Henry Mason am Wiener Theater der Jugend zeigt aber auf, dass die Lust am Fantasieren mit ein paar zusätzlichen Ideen noch wächst. Zum einen sind da das erstaunlich wandelbare Bühnenbild (Jan Meier), das vor allem durch den genialen Einsatz von Schrift überrascht, sowie die eingängige Musik von Thomas Zaufke, die live im Hintergrund der Bühne interpretiert wird. Zum anderen sind die Mehrfachrollen klug besetzt.
Jede Figur des viktorianischen Elternhauses bekommt ihre Entsprechung im Wunderland, und Alice lernt durch die Lösung von Konflikten im Traum, wie sie auch jene im Familienleben bewältigen kann. Zudem verbindet die Charaktere hier ein Beziehungsgeflecht, das die im Original eher disparaten Begegnungen glaubwürdig aufeinander bezieht. [...]
Am Ende steht eine der besten Adaptionen der letzten Jahre und ein aufregendes Musical, das für Kinder ab sechs Jahren konzipiert ist, aber auch Erwachsenen eine Möglichkeit bietet, der bedeutungsvollen Welt für zwei Stunden zu entfliehen.

Der Standard, 5.6.2012

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Jan Zabbée (Lakai 2), Merten Schoredter (Billy), Natalie Ananda Assmann (Alice), Horst Eder (Großvater) © Rita Newman

2011

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DIE 39 STUFEN

von Patrick Barlow
nach John Buchan und Alfred Hitchcock

Bühne und Kostüme: Jan Meier

Choreographie: Karl Schreiner

Musik und Ton: Franz Flieger Stögner

»Die 39 Stufen« ist einer der frühen Alfred Hitchcock-Schwarzweiß-Filme aus dem Jahr 1935 [...] Man käme nicht auf die Idee, dergleichen auf die Bühne bringen. Patrick Barlow, der Tausendsassa des englischen Theaters hat es 2005 dennoch getan, aus keinem anderen Grund, um das Theater selbst zum Mittelpunkt zu machen – vielmehr, was kann es, was können seine Interpreten, wenn man alles an Phantasie und Logistik beschwört, die das Genre hergeben? Vier Schauspieler (mit Umbauverpflichtung, es scheint, als räumten sie die Bühne stets ausschließlich selbst um), drei von ihnen spielen neben dem Hauptdarsteller alle Rollen und liefern Wirbelwind-Verwandlungen, dazu ein paar Versatzstücke und die Fähigkeit des Publikums, die Abstraktion des Theaters zu rezipieren und geistig umzusetzen. Das Endergebnis ist darstellerische Virtuosität, handwerkliche Brillanz und ein Feuerwerk des Humors. Das Theater der Jugend hat wieder einmal einen Abend, den die »Erwachsenen« stürmen sollten und vermutlich auch werden. Denn echten Boulevard gibt es in Wien sonst kaum...
Der Oberspielleiter des Hauses, Henry Mason, hat den Abend in den überaus geschickten Bühnenbildlösungen von Jan Meier auf die Bühne geschickt, das wahre Slapstick-Kunststück einer Aufführung, die in ihrer Atemlosigkeit fast nie los lässt und es beinahe schafft, die ungehinderte Turbulenz zweieinhalb Stunden verlustlos durchzuziehen. Wenn die Handlung den flüchtenden Helden übrigens ins schottische Hochland verschlägt, hat der Regisseur als Akzent-Variante als Äquivalent dickstes Tirolerisch gewählt […]
Am meisten zu tun bekommen Christian Graf und Reinhold G. Moritz, die in buchstäblich ungezählten Rollen ein Feuerwerk an Blödelkomik entfesseln – man lacht sich schief.

www.der-neue-merker.eu, 20.01.2011

Henry Mason erarbeitete eine brillante Inszenierung, die mit ihrer Rasanz und ihrem Einfallsreichtum viele in ihren Bann ziehen wird. Uwe Achilles als Hannay, sowie Michaela Kaspar, Christian Graf und Reinhold G. Moritz in weit mehr als einem Dutzend weiterer Rollen, brennen ein Feuerwerk der Komödiantik ab.

Wiener Zeitung, 20.01.2011

Was in diesen 100 Minuten über die Bühne fegt, ist ein Wirbelwind an feinster Kinounterhaltung. Ein schwarz-weißes Breitbandspektakel, einfachst inszeniert und von einem spielwütigen Quartett in Szene gesetzt.
Mit minimalem Aufwand und maximalem schauspielerischem Einsatz gelingt es Regisseur Henry Mason, ein überdrehtes und gnadenlos lustiges, aber dennoch hoch präzise gemachtes Lustspiel über die Bretter zu jagen.
Eine bravouröse Leistung der vier Akteure Uwe Achilles, Michaela Kaspar, Christian Graf und Reinhold G. Moritz! Für die brillante Bühnenausstattung ist Jan Meier verantwortlich.

Neue Kronen Zeitung, 20.01.2011

Was im Theater im Zentrum derzeit mit »Die 39 Stufen« geboten wird, sind 100 Minuten Theater in seiner reinsten und unterhaltsamsten Form. Nur vier Schauspieler – Uwe Achilles, Michaela Kaspar, Christian Graf und Reinhold G. Moritz – füllen mit minimalem (aber perfekt durchdachtem) ausstatterischem Aufwand und maximalem persönlichen Einsatz die kleine Bühne. Keine Sekunde lang wird die Geschichte von der mysteriösen Agentinnen-Schönheit Annabella Smith, die den eigenbrötlerischen Richard Hannay unter Mordverdacht bringt, langweilig. Dafür sorgt die rasante Inszenierung Henry Masons.

Kurier, 25.01.2011

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Michaela Kaspar, Uwe Achilles, Reinhold G. Moritz, Christian Graf © Rita Newman
Abenteuer_569

DAS GRÖSSTE ABENTEUER DER WELT

von Shaun Prendergast

Bühne: Michaela Mandel

Kostüme: Moana Stemberger

Musik: Matthias Bauer

Die Freiheit hinter dem Gartenzaun [...]
Es ist eine kunterbunte Reise in die Welt kindlicher Entdeckerlust, des zumindest kurzfristigen Sich-Abnabelns von den Eltern, zu der Regisseur Henry Mason die Kinder und Erwachsenen im Renaissancetheater mitnimmt. Ein kurzweiliger Trip in die Gedankenwelt Jugendlicher, die hin- und hergerissen sind zwischen dem Bedürfnis, ultracool zu wirken und doch noch abends ihre Streicheleinheiten von Mama bekommen wollen. „Ein Stück über das Erwachsenwerden zu schreiben“ war die Intention des britischen Autors Shaun Prendergast, der als Zuschauer zufrieden verfolgte, was die Wiener Theaterprofis aus seinem Stück gemacht haben.

Kurier, 14.10.2011

Die zweistündige Aufführung besticht durch ihre bemerkenswerte Umsetzung. Regisseur Henry Mason versteht es meisterhaft, im Handumdrehen auf der Bühne unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen - da machen Geister etwa johlend Jagd auf die jugendlichen Helden; bereits im nächsten Augenblick ersteht, untermalt mit einigen Takten Musik und mit Hilfe von ein wenig Glitter und Glamour, die Welt der Gaukler und des Tingeltangel. Ehe man sich’s versieht, schleichen zwei waschechte Piraten durchs Bühnenbild, schwer beladen mit einer Schatzkiste. Ein Krokodil treibt ebenfalls sein Unwesen und die neun Planeten des Sonnensystems baumeln als Ballone vom Bühnenhimmel.
Die Spielfreude des achtköpfigen Ensembles, das mehr als 40 Rollen verkörpert, ist beachtlich. Imposant ist auch die Wandlungsfähigkeit des Bühnenbilds von Michaela Mandel, das im Grunde ein raumfüllendes Klettergerüst darstellt, das so - mit Schaukel, Leitern und Hängebrücken - auf jedem beliebigen Spielplatz stehen könnte. Im Stück mutiert das simple Turngerät allerdings zum Ausgangsort der juvenilen Entdeckungsreisen mit dem hoffnungsfrohen Motto: "Mach aus dem heutigen Tag das größte Abenteuer der Welt."

Wiener Zeitung, 13.10.2011

Henry Mason hat die Geschichte mit viel Esprit inszeniert, das kennt man von ihm: Er war für einige der knalligsten und zugleich subtilsten Inszenierungen verantwortlich, die im Theater der Jugend in den letzten Jahren zu sehen waren.
Wie viel die Darsteller allein schon körpersprachlich auszudrücken wissen, wie viel an Trotz, an Freude, an Unsicherheit! Auch für die Eltern findet Mason gemeinsam mit Doris Prilop und Uwe Achilles das rechte Maß zwischen (Wieder-)Erkennbarkeit und Karikatur.

Die Presse, 14.10.2011

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Joe Ellersdorfer (Mickser), Jan Zabbée (Jonty), Natalie Ananda Assmann (Nadia) und Ensemble © Rita Newman
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STAYIN' ALIVE. VON ABBA BIS ZAPPA.

Eine 70er-Jahre-Revue.

Musikalische Leitung: Matthias Bauer

Choreographie: Karl Schreiner

Bühne: Karl Fehringer und Judith Leikauf

Kostüme: Moana Stemberger

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Das Stayin'-Alive-Ensemble: Lynne Williams, Robert G Neumayr, Markus Kofler, Tini Kainrath, Matthias Hacker, Franziska Hetzel, Christian Dolezal, Karola Niederhuber