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2003

Auff1

ARIODANTE

Oper von Georg Friedrich Händel

Musikalische Leitung: William Mason

Bühne: Michaela Mandel

Kostüm: Jan Meier

Viele Geniestreiche! Händels "Ariodante" hatte als Neuproduktion im Wilheringer Theaterstadel am Sonntag Premiere: ein Muss für alle, die Barockopern mitsamt ihren Besonderheiten – den ausgiebigen Arien, den geballten Gefühlsdemonstrationen und der verschnörkelten Dramaturgie – mögen.
Auf der Bühne in Wilhering ist eine höfische Intrige barocker Art mit viel Liebe, Lug ind Trug, Gottesurteil, Schwerterkampf und Happy End für die Braven zu sehen.
In Händels Musik jagt ein Geniestreich den anderen, und die Sänger vermögen mit ihrer Affektbereitschaft und Kehlkopfherrlichkeit die gewagtesten Visionen vom Bravourgesang leichterdings in die Tat umsetzen: Stephanie Houtzeel, Katerina Beranova, Nina Plangg, Thomas Diestler und Robert Murray. William Mason befehligt nach ausgefuchster Choreographie teils als Dirigent das tüchtige Orchester "Opera da Camera Linz"; er mimt und singt bei Bedarf aber auch den König von Schottland.
Regie (Henry Mason), Bühne (Michaela Mandel) und Kostüme (Jan Meier) erstellen ihre unprätentiöse Meisterleistung im Schatten der Musik. Frenetischer Beifall am Ende!

Neue Kronen Zeitung, 26.08.03

Frauen von heute stellt es bei der sachlichen Betrachtung des Librettos zu Georg Friedrich Händels Oper "Ariodante" (Uraufführung 1735) förmlich die Haare auf. Trotzdem hinreißend: die Sonntagabend-Premiere des bewährten Opera-da-Camera-Teams im romantischen Ambiente der Stiftsscheune Wilhering. Regisseur Henry Mason hat das absolute Gespür für die richtige Dosis Pathos in diesen schwülstigen Barockszenen. Der Inhalt wirkt heute überholt und trotzdem gelingt es dem versierten Team, Spannung aufzubauen vom ersten bis zum letzten Moment. Spitzenqualität in Spiel und Gesang: Stephanie Houtzeel entledigte sich ihrer schwierigen Aufgabe in der Hosenrolle des Ariodante mit viel Charme. Sie war der unbestrittene Star des Abends, aber auch alle anderen boten absolute Spitzenqualität in stimmlicher und schauspielerischer Hinsicht.
Ebenfalls bemerkenswert: die zeitlos-stilisierten Kostüme von Jan Meier im fantasievollen und doch einfachen Bühnenbild von Michaela Mandel, ohne viel technischen Aufwand. Ein Pflichttermin für Freunde von Barockmusik.

Neues Volksblatt, 26.8.2003

Im Bühnenbild von Michaela Mandel dreht sich alles um das Schlafgemach von Ginevra, grobhölzerne Bretter sind wie Treibgut aus vergangenen Zeiten zusammengezimmert. Die Lichtregie zaubert Stimmungen und sogar das Schimmern des Meeres. Die Kostüme (Jan Meier) sind nicht üppiger, sondern stilisierter Barock. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von William Mason, der mit dem 20-köpfigen Ensemble der Opera da Camera eine sehr lebendige Umsetzung bietet.
Regisseur Henry Mason lässt die Singschauspieler bei den vielen Gefühlswallungen natürlich, sympathisch und ohne übertriebenen Pathos agieren, setzt den schlimmen Ereignissen des Stückes immer wieder auch so manch ironisches Detail hinzu. Ein Opernerlebnis mit hervorragenden Musikern und Darstellern, die all die perlenden Koloraturen mit tänzelnden Stimmbändern bewältigen. Viel Applaus und Bravo-Rufe.

OÖ Nachrichten, 26.8.2003

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Stephanie Houtzeel (Ariodante) © Christian Herzenberger

2002

Salome1

SAN GIOVANNI BATTISTA

Oper von Alessandro Stradella

Eine Produktion im Rahmen des Brucknerfests 2002

 

Musikalische Leitung: William Mason

Bühne: Michaela Mandel

Kostüm: Jan Hax Halama

Stradellas "Salome": das todbringende Spiel mit der Liebe. Das junge Biest bekommt hier nicht das Haupt des Johannes auf der Schüssel serviert. Es geht vielmehr um die religiöse Botschaft und um die Spiritualität des Barock. Umgewandelt zu einer packenden Opernaufführung erntete diese Produktion bei der Premiere am Sonntag heftigen Beifall. Der plausible szenische Ablauf in der Regie von Henry Mason nützt sparsamen Aufwand, maßvolle Gesten und gemessenes Spiel mit Einfallsreichtum und Feingefühl, was dem Verständnis der Musik entgegenkommt ... Eine hervorragend gelungene Kirchenoper, bei der alle Parameter bestens aufeinander abgestimmt sind.

OÖ Nachrichten, 24.9.2002

Schön-schauriges "Salome"-Spiel: Die Kirchenoper im Rahmen des Brucknerfestes in der Linzer Ursulinenkirche erlebte eine reich akklamierte Premiere. Die Regie Henry Masons ermöglichte eine angemessen inspirierte Inszenierung, aus welcher der vom Henker am Täufer vorgenommene Genickbruch - über Lautsprecher effizient hörbar gemacht - sowie das dramaturgisch abrupte Finale schön-schaurig in Erinnerung bleiben. Das Sängerteam in Stimme und Darstellung exzellent, hochgradig überzeugend in Lyrik und Koloratur Katerina Beranova als Salome.

Neue Kronen Zeitung, 24.9.2002

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Daniel Gloger (San Giovanni Battista) und Chor © Christian Herzenberger

2001

IN ARBEIT...

Demnächst: Produktionen 1996-2001